| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 02.09.2005 um 10:00 |
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WASHINGTON: Für die vom Hurrikan 'Katrina' betroffenen Gebiete im Süden der USA hat der Senat in Washington eine Soforthilfe von 10,5 Milliarden Dollar bewilligt. Die Zustimmung des Abgeordnetenhauses an diesem Freitag gilt als sicher. Präsident George W. Bush will das Katastrophengebiet im Tagesverlauf besuchen. Ihm wird vorgeworfen, zu langsam auf die Folgen des Hurrikans reagiert zu haben. In New Orleans, wo als Reaktion auf die sich ausbreitende Anarchie das Kriegsrecht ausgerufen wurde, werden jetzt auch Soldaten eingesetzt, die auf Plünderer schießen dürfen. Die Rettung und Versorgung der noch mehreren 100.000 Opfer erfolgt weiter schleppend. Allein vor dem Notlager im Stadion von New Orleans sind nach Medienberichten weit über 10.000 Menschen seit vier Tagen ohne Essen, Getränke und medizinische Versorgung. Die US-Regierung geht inzwischen von Tausenden Toten aus. Neben Deutschland und vielen anderen Ländern haben jetzt auch die Vereinten Nationen Unterstützung angeboten. Präsident Bush sagte allerdings in einem Interview, die USA kämen alleine zurecht. Er erwarte nicht viel von anderen Staaten. PEKING: Mit heftigen Regenfällen und Sturmböen ist der Taifun 'Talim' über Taiwan und die Ostküste Chinas gezogen. In den chinesischen Provinzen Fujian und Zhejiang wurden mehr als 700.000 Menschen vor dem Wirbelsturm in Sicherheit gebracht. Er löste vor der Küste Fujians meterhohe Flutwellen aus. Mindestens fünf Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Bei seinem Zug Richtung Norden schwächte sich der Wirbelsturm etwas ab. DUBAI: Das Terror-Netzwerk El Kaida hat sich zu den verheerenden Bombenanschlägen in London am 7. Juli bekannt. Der arabische Nachrichtensender 'El Dschasira' strahlte ein Video aus, auf dem einer der vier Attentäter die Politik der britischen Regierung für die Anschläge verantwortlich macht. Auf dem Video zu sehen ist auch der Stellvertreter von El Kaida-Chef Osama bin Laden, der Ägypter Aiman el Sawahiri. Er kündigte weitere Terrorakte in Europa an. BAGDAD: Aus der irakischen Hauptstadt werden zwei Bombenexplosionen gemeldet. Eine Bombe soll in der Nähe der so genannten Grünen Zone explodiert sein, wo irakische Regierungsstellen sowie Botschaften angesiedelt sind. Die Sicherheitsmaßnahmen in dem Gebiet waren am Donnerstag nach Berichten verstärkt worden, dort seien neue Selbstmordanschläge geplant. ISLAMABAD: In Pakistan regt sich Widerstand gegen die Annäherung des Landes an Israel. Eine Allianz von sechs fundamentalistischen islamischen Gruppen rief für diesen Freitag zu einem landesweiten Protest auf. Der Chef der größten Partei, der Jammat-i-Islami, Syed Munawwar Hasan, warf der Regierung vor, sie habe das Parlament bei einer so wichtigen Änderung in der Außenpolitik des Landes nicht konsultiert. Pakistan lehnt seit mehr als 50 Jahren die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu dem jüdischen Staat ab. Am Donnerstag hatten sich die Außenminister beider Staaten in Istanbul getroffen und die Aufnahme diplomatischer Kontakte vereinbart. KÖLN: Im Zusammenhang mit einem Müll-Skandal ist der frühere SPD- Fraktionsvorsitzende im Kölner Stadtrat, Norbert Rüther, wegen Bestechlichkeit zu zwei Jahren und drei Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht sprach ihn außerdem der Beihilfe zur Bestechlichkeit schuldig. Rüther hatte zugegeben, 1999 vom früheren Müll-Unternehmer Hellmut Trienekens umgerechnet 75.000 Euro bar und ohne Quittung angenommen und an die SPD seiner Heimatstadt weitergeleitet zu haben. BERLIN: Angesichts der stark gestiegenen Benzinpreise hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin die Auto-Industrie aufgefordert, sparsamere Modelle zu bauen. Noch immer verbrauchten Neuwagen im Durchschnitt 6,8 Liter je hundert Kilometer. Dies sei zu viel. Bundesverbraucherministerin Renate Künast bezeichnete die Preispolitik der Mineralölkonzerne als "Abzocke". Die Preise seien schon gestiegen, bevor der Hurrikan 'Katrina' als Argument für höhere Preise habe herhalten können. Beide Politiker äußerten sich in Presseberichten. Ein Sprecher der Mineralölwirtschaft hatte zuvor erklärt, es gebe zwar ein Preisproblem, die Märkte seien aber mit Rohöl überversorgt. BERLIN: Die Begeisterung für neue Unterhaltungselektronik lockt von diesem Freitag an wieder Hunderttausende Besucher zur Internationalen Funkausstellung in Berlin. In diesem Jahr stehen vor allem digitale Flachbild-Fernseher, Festplattenrecorder und der hochauflösende Fernsehstandard HDTV im Mittelpunkt. Die Branche fährt dank der neuen Trends der Gesamt-Konjunktur davon und erwartet erstmals einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro. AACHEN: Die Münchner Schauspielerin Hanne Hiob und der katholische US-Theologe Roy Bourgeois haben den Aachener Friedenspreis erhalten. Damit wird der jahrelange Protest des 67 Jahre alten Paters gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen in Lateinamerika und der Einsatz Hiobs gegen Faschismus und Rassismus gewürdigt. Die 82-Jährige ist eine Tochter Bertolt Brechts. LONDON: Im Alter von 96 Jahren ist der britische Wissenschaftler und Friedensnobelpreisträger Joseph Rotblat gestorben. Der Physiker, der während des Zweiten Weltkriegs an der Entwicklung der Atombombe in den USA mitgewirkt hatte, war jahrzehntelang einer der bekanntesten Kämpfer gegen Nuklearwaffen. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt ist mit einem leichten Plus in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Der Index DAX stand vor wenigen Minuten bei 4.850 Punkten, 10 Punkte höher als bei der Schlussnotierung am Donnerstag. Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss fester. Der Nikkei-Index stieg um 93 auf 12.600 Punkte. Der Euro wird derzeit mit gut einem Dollar 25 gehandelt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder freundlicher. Nur noch einzelne Schauer und Gewitter. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad im Westen, im Osten bei 28 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 18 Grad, dunstig; Berlin: 17 Grad, leicht bewölkt; Dresden: 19 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 18 Grad, nach Regen; Frankfurt am Main: 21 Grad, wolkig und München: 20 Grad, wolkig. |
