Episode: windes wehen
Podcast: oegyr.podspot.de
Veröffentlicht: vor 6 Jahren, am 04.09.2006 um 01:38
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Beschreibung: wachet auf! ruft uns nicht die stimme des sonntagsglöckners vom notre waisenhof um 10, sondern noch morgengrauender weit davor das fletschen des fensters, wenn es zahnlos ins schloss fällt oder weht. plötzliche stille. wiederaufergehen im zuletzt veranstalteten traum: wachet auf! singt es darin, ruft uns, ruf-tunet, klingel-jinglet auf tönernen füßen die frauenstimme. und keine glocken läuten. nur das grimmepreisende gesicht jener naturkatastrophe, die sich am darauf folgenden nachmittag im tv george-ge-clooneyt cinemascopet. ein petersen-wagen namens ?the perfect storm?. was anmutet wie die exkarnation des ?desert storm?. tagträume von demonstrationen damals, 1991. ich hatte ein schild-und-schwert-der-partei als leibchen oder auch kinderlätzchen am hängenden hals, auf dem stand: ?soldaten sind mörder, sind opfer?. ich hielt das für geschult und gescheit-. ...-ert. auf der blücherbrücke wurden wir von polizeikräften eingekesselt. jemand vom staatlichen gewaltmonopol autorisierter wies mich darauf hin, dass die behauptung, dass soldaten mörder seien, trotz tucholsky unter strafe stehe. der zusatz ?sind opfer? befreite mich indes von diesem copyrightverdacht. er fand?s ?auch dann wieder irgendwie gut?. damals, als es, während wir demonstrierten, so stürmte. so wü(s)tisch windend. und wir: die sich windenden, sich wendend (und noch vor allem web webend, die weber!): ... gegen. heute der erste miniaturisierte herbststurm. er rüttelt rütli-schwörend (?in dieser gosse muss ich kommen?) an den fenstern als würde er nur anklopfen. er windet sich aus entschuldigungen. wie ich mich nochmal winde, nach erschreckend zugeschlagenem fenster, sonntagsmorgens um kurz vor 10, in den schlaf. darin mich entwende, mich stehle ... mir stelen stähle ... dies wladiwostokwortverdüsterte ... abends weht es immer noch oder schon wieder. tief maria, martialisch. nach der wehenden und wehen machenden jazzsängerin nochmal an die küste. das rotlicht der blühenden. das blaulicht der krankenwagen eventueller herzanfälle. das graulicht des sturms, der über der förde anstalten aufmacht. rentnernd. rent of/for a nerd. im netz nachts alte computer auserforscht. der c64, der pet, der apple ii, die ersten p(i)cs. mit arbeitsspeichern, die heute löcher-lächrig anmuten, weil die zeit sie verzehntausendfachte. mein mini-macchen geht nicht auf die knie des gebets der einstmals amigianischen ?guru meditiation?, selbst wenn ich ihn fünf filmchen aus dem so genannt fiktional erfunden downgeloadeten für dvd-export gleichzeitig berechnen lasse. er lüftert bisserl, er atmet schwer. aber er macht, er leitet ab, er rechnet. während draußen, jetzt zur ?stormy monday?-nacht (welchen jazz-standard die sängerin auch sang, nein, äh, ja, vom winde verwehte) die winde ihr weh wähnen, herbsthalbzeitsüchtig die brüder wie die hagebutten, die immer aussehen wie clitoriatoren, so rot, so schwellend, so cunt for a kant. sich also die kante geben am selbststerzherz einer tiefdruckgebieterin, die unter meteorologen mit frauennamen benannt wird. ein sturmtief namens kalliope. die einen hoch habenden heißen (und hissen) indes drei isobaren der kaltfront weiter zum beispiel georg reimer, ist junker jörg, ist ögyr, sind keine thesen. dass der sturm, das sich winden, die durchblutungslüftung erotisch ist, ist bekannt. ist mir bekannt verwandt und unumwunden ein verwunden. wieder windisches wehen: ein dazwischen, ein autoerotisch exogener blowjob.