Episode: Sonntag, 04. September 2005
Podcast: Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen)
Veröffentlicht: vor 7 Jahren, am 04.09.2005 um 10:00
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Beschreibung:
  • Leichte Entspannung im Hurrikan-Katastrophengebiet
  • Tote und Verletzte bei Hochhausbrand in Frankreich
  • Mehr als 20 Tote durch Anschlag von Maoisten in Indien

NEW ORLEANS: Unter dem Schutz schwerbewaffneter Nationalgardisten und Soldaten beginnen in der US-Südstaatenmetropole New Orleans die Rettungsmaßnahmen allmählich zu greifen. Mehr als 100.000 Menschen hätten humanitäre Hilfe erhalten, teilte Heimatschutzminister Michael Chertoff mit. Nach tagelangem Warten konnten die letzten erschöpften Menschen von den großen Sammelpunkten, dem Football- stadion und dem Kongresszentrum, evakuiert werden. Bis zu 7.000 Hurrikan-Flüchtlinge sollen auf Kreuzfahrtschiffen untergebracht werden. Jetzt wurde auch mit der Bergung der Leichen begonnen. Die Behörden gehen von einigen tausend Todesopfern aus. - Mehrere schwarze Bürgerrechtler wurden im Weißen Haus empfangen, um deren Kritik am Krisenmanagement von Präsident George W. Bush anzuhören. --- Sie hatten - ebenso wie schwarze Abgeordnete - Bush vorgeworfen, unter der Notlage hätten vor allem Arme und Afroamerikaner zu leiden. Bush hat angekündigt, Armee und Nationalgarde in den Katastrophenregionen auf rund 55.000 Mann zu verstärken. 

PARIS: Bei einem Hochhausbrand in einem Vorort der französischen Hauptstadt sind mindestens zwölf Menschen erstickt. Weitere 15 Personen wurden schwer verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte. Nach ersten Ermittlungen sollen Jugendliche das Feuer im Eingangsbereich des 18-stöckigen Gebäudes gelegt haben. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Es ist bereits der vierte folgenschwere Hausbrand in der Region Paris seit April. Bei den ersten drei Bränden waren in von Asylbewerbern und afrikanischen Einwanderern bewohnten Billigunterkünften insgesamt 48 Menschen ums Leben gekommen.

NEU DELHI: Im indischen Bundesstaat Chhattisgarh sind bei einem Anschlag maoistischer Rebellen mindestens 23 Paramilitärs getötet und mehrere verletzt worden. Unter einem Militärtransporter im zentralindischen Bezirk Bijapur sei ein sehr starker Sprengsatz detoniert, vermutlich eine Mine, teilte das Landesinnenministerium in Raipur mit. Die Maoisten sind in mindestens acht indischen Staaten aktiv und sehen sich als Vorkämpfer der armen Bauern und Landarbeiter. 

BERLIN: Bundeskanzler Gerhard Schröder und Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel treffen an diesem Sonntag bei einem verbalen Schlagabtausch erstmals im Bundestagswahlkampf direkt aufeinander. Beim ersten und einzigen TV-Duell in diesem Wahlkampf werden die Konkurrenten um das mächtigste Amt im Staat von vier Moderatoren zu allen wichtigen Politikfeldern befragt. Mit Spannung wird erwartet, ob sich das Streitgespräch auf die Umfragewerte auswirken wird, in denen die SPD weiterhin deutlich hinter der Union liegt.

NÜRNBERG: Die Bundesagentur für Arbeit BA erwägt Medienberichten zufolge wegen anhaltender Computerpannen eine komplette Neuentwicklung der Jobcenter-Software. Nach der Bundestagswahl solle in einer Expertenrunde eine Alternative zu dem störanfälligen Programm der Telekom-Tochter T-Systems erörtert werden, berichtet das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel'. Die Software sei nicht mehr wartungs- und entwicklungsfähig. Das aktuelle Programm meldet nach Informationen der BA immer wieder Bezieher des Arbeitslosengeldes II ohne Grund bei den Krankenkassen ab und berücksichtigt bei Überweisungen an die Kassen Beitragssenkungen nicht. Dadurch würden moantlich 25 Millonen Euro zu viel überwiesen.

BAGDAD: Der Prozess gegen den gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein wegen eines Massakers an schiitischen Moslems im Jahre 1982 soll am 19. Oktober beginnen. Dies bestätigte ein Regierungssprecher in Bagdad. Die Familie des Ex-Diktators kündigte in Jordanien an, man werde ein neues, internationales Anwälteteam für die juristische Verteidigung zusammenstellen und eine Medienkampagne starten.

GAZA-STADT: Leicht bewaffnete ägyptische Soldaten sollen im Laufe dieses Sonntags an der Grenze zum palästinensischen Gaza-Streifen Stellung beziehen. Das bestätigte das israelische Verteidigungs- ministerium. Israel und Ägypten hatten sich auf diesen weiteren Schritt auf dem Weg zur Beendigung der israelischen Besatzung geeinigt und die Stationierung von insgesamt rund 750 Ägyptern vereinbart. Die israelische Armee will sich bis Mitte September komplett aus dem Gaza-Streifen zurückziehen. 

WASHINGTON: Die USA wollen den Atomstreit mit dem Iran vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bringen. Das bestätigte ein hochrangiger US-Diplomat. Die Regierung in Washington verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen herstellen zu wollen. Der Iran hat dies stets bestritten. Im vergangenen Monat hatte die Führung in Teheran den Streit verschärft, indem sie ihre Atomanlage in Isfahan wieder in Betrieb nahm.

PEKING: Im Streit um die umfangreichen Textilexporte Chinas nach Europa hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Hoffnung geäußert, dass auf dem EU-China-Gipfel an diesem Montag ein Durchbruch gelingt. Handelskommissar Peter Mandelson traf direkt nach der Ankunft der europäischen Delegation in Peking mit Handels- minister Bo Xilai zusammen. Ende August hatte man tagelang vergeblich verhandelt. Millionen Pullover, Hosen, T-Shirts und andere Textilien werden wegen ausgeschöpfter Lieferquoten weiterhin in europäischen Zollhäfen festgehalten.

ZUM SPORT: Zum Abschluss der Ruderweltmeisterschaften im japanischen Gifu hat der Deutschland-Achter die Bronzemedaille gewonnen. Das Paradeboot des deutschen Ruderverbandes musste sich im Finale Olympiasieger USA und Italien geschlagen geben. Zuvor hatte der leichte Doppelzweier der Frauen die einzige Goldmedaille für das deutsche Team gewonnen. Der Frauen-Doppelvierer holte Silber.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall sonnig, nur von Thüringen bis zum Böhmerwald noch letzte Wolken aber trocken.


Am Vormittag meldeten bei meist nur leichter Bewöklkung:

Hamburg:  12°;
Berlin:  15°;
Dresden und Köln/Bonn:  16°;
Frankfurt am Main:  17°, und
München:  15°.