| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 09.09.2005 um 10:00 |
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WASHINGTON: Der US-Kongress hat die Hilfsgelder für das Hurrikan- Katastrophengebiet deutlich aufgestockt. Repräsentantenhaus und Senat in Washington bewilligten weitere knapp 52 Milliarden Dollar, die US-Präsident George W. Bush beantragt hatte. Insgesamt hat der Kongress damit bereits 62,3 Milliarden Dollar freigegeben. Experten rechnen allerdings damit, dass die Gesamtkosten für die Opferhilfe und die Beseitigung der Schäden im Süden der USA deutlich höher liegen werden. Etwa 90 Spezialisten des deutschen Technischen Hilfswerks sind inzwischen in die Metropole New Orleans gereist. Mit Hochleistungspumpen sollen sie dabei helfen, überflutete Gebiete trockenzulegen. Die Behörden befürchten, dass nach dem Abpumpen der Wassermassen tausende Leichen gefunden werden. WASHINGTON: Der frühere US-Außenminister Colin Powell hat sich von seiner Rede vor dem Weltsicherheitsrat distanziert, mit der er 2003 den Irak-Krieg rechtfertigte. Die Ansprache sei ein 'Schandfleck' in seiner politischen Bilanz, sagte Powell im amerikanischen Fernsehen. Es sei 'schmerzlich', dass er damals angebliche Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak vorgelegt habe, die sich später als falsch erwiesen. Ungeachtet dessen sei er froh, dass Saddam Hussein gestürzt werden konnte, betonte Powell. BAGDAD: Die Vereinten Nationen haben die anhaltend schwierige Menschenrechtslage im Irak erneut angeprangert. Neben der Gewalt durch Aufständische trügen vor allem einheimische Sicherheitskräfte zu Menschenrechtsverstößen bei, heißt es in einem Bericht der UN-Unterstützungsmission im Irak. Polizisten und andere Kräfte neigten zu - so wörtlich - 'exzessivem Gewaltgebrauch'. UN-Vertreter hätten deshalb bereits beim Innenministerium in Bagdad interveniert. KAIRO: Die Wahlkommission in Ägypten hat die Forderung der Opposition zurückgewiesen, die Präsidentenwahl wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten zu wiederholen. Die Vorwürfe seien geprüft und für haltlos befunden worden, teilte die Kommission in Kairo mit. Nach inoffiziellen Angaben konnte der seit 1981 amtierende Staatschef Hosni Mubarak die Wahl klar für sich entscheiden. Laut Medien-Berichten erhielt er 70 bis 80 Prozent der Stimmen. - Bei der Präsidentenwahl am Mittwoch hatte Mubarak erstmals Gegenkandidaten zugelassen. Ausländische Beobachter durften die Abstimmung nicht überwachen. KIEW: Der neue ukrainische Ministerpräsident Juri Jechanurow will die Regierungskrise in seinem Land rasch beenden. Er werde sich für politische Stabilität einsetzen, sagte der bisherige Regional- Gouverneur. Jechanurow war am Donnerstag mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt worden, nachdem Staatschef Viktor Juschtschenko die gesamte Regierung entlassen hatte. Juschtschenko reagierte damit auf Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige Politiker. BERLIN: Deutschland und Russland haben trotz erheblicher Bedenken aus Polen, der Ukraine und Weißrussland den Weg freigemacht für den Bau einer milliardenteuren Erdgas-Pipeline auf dem Grund der Ostsee. Im Beisein von Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde in Berlin eine entsprechende Vereinbarung zwischen E.ON, BASF und Gasprom unterzeichnet. Der Vertrag werde die deutsche Versorgung auf 20 bis 30 Jahre sichern helfen, sagte Schröder. Dass dabei Polen und andere osteuropäische Staaten übergangen worden seien, begründete der Kanzler mit dem Hinweis, er habe primär deutsche Energieinteressen zu vertreten. Unions- Kanzlerkandidatin Angela Merkel versicherte bei einem Treffen mit Putin, auch unter einer unionsgeführten Bundesregierung werde man die guten bilateralen Beziehungen zu Moskau fortsetzen. BERLIN: Die nach dem Tod einer Direktkandidatin notwendig gewordene Nachwahl zum Bundestag in einem Dresdner Wahlkreis wird die Koalitionsbildung im Bund nach Ansicht des SPD-Wahlrechtsexperten Dieter Wiefelspütz nicht verzögern. Es dauere ohnehin vier bis sechs Wochen, bis der Kanzler gewählt werden könne. Sollte der Wahlausgang knapp werden, könnte den Stimmen jedoch eine besondere Bedeutung zukommen. Rund 219.000 Wahlberechtigte haben dann die Möglichkeit, am Nachwahltag ihre Stimme in Kenntnis des bundesweiten Ergebnisses abzugeben. Dies könnte Auswirkungen auf ihre Entscheidung für bestimmte Parteien und damit für die Regierungsmehrheit haben. - Nach jüngsten Umfragen der meisten Meinungsforscher käme eine Koalition aus Union und FDP in der Wählergunst inzwischen auf weniger Mandate als SPD, Grüne und Linkspartei zusammen.
NEWCASTLE: Die vor allem von Großbritannien verlangte EU-weite Speicherung von Telefon- und E-Mail-Verbindungen zur Bekämpfung des Terrors bleibt umstritten. Die EU-Justiz- und Innenminister konnten bei Beratungen in Newcastle keine wesentlichen Fortschritte erzielen. Kontrovers diskutiert wurde insbesondere die Forderung der britischen Regierung, auch nicht zu Stande gekommene Anrufe zu speichern. Bundesinnenminister Otto Schily lehnte dies ab. Die Niederlande und Dänemark wiesen zudem auf Schwierigkeiten beim Datenschutz hin. Offen ist ferner die Frage, wie lange die Daten gespeichert werden sollen. - Industrievertreter warnten vor Kosten in dreistelliger Millionenhöhe im Falle einer umfassenden Datenspeicherung bei Telefon und E-Mail.
ZUR BÖRSE: Der Frankfurter Aktienmarkt hat zum zweiten Mal in dieser Woche die Marke von 5.000 Punkten übersprungen. Der Deutsche Aktienindex stand vor wenigen Minuten mit einem Plus von rund 20 Punkten bei 5.011. In Tokio schloss der Nikkei-Index mit einem deutlichen Plus von 158 Punkten bei 12.692. Ein Euro kostete zuletzt rund einen US-Dollar 24. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Osten nochmals viel Sonne. Von Westen her zunehmend bewölkt und teils gewittrige Schauer. Tageshöchstwerte 22 bis 30 Grad. Zuletzt meldeten: Hamburg: 18 Grad, wolkig; Berlin: 19 Grad, wolkenlos; Dresden: 20 Grad, wolkenlos; Köln/Bonn: 18 Grad, heiter; Frankfurt am Main: 20 Grad, leicht bewölkt und München: 19 Grad, bewölkt. |
