Episode: Samstag, 10. September 2005
Podcast: Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen)
Veröffentlicht: vor 7 Jahren, am 10.09.2005 um 10:00
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Beschreibung:
  • New Orleans beginnt mit systematischer Leichen-Suche
  • Öl-Konzerne senken in Frankreich die Benzin-Preise 
  • Neue Militär-Offensive gegen Extremisten im Irak

NEW ORLEANS: Durch den Hurrikan 'Katrina' sind im Süden der USA wahrscheinlich weniger Menschen ums Leben gekommen als bisher befürchtet. Der Katastrophenschutz der überfluteten Metropole New Orleans widersprach der Einschätzung von Bürgermeister Ray Nagin, es habe tausende Todesopfer gegeben. Diese Befürchtung sei bei einer ersten Durchsuchung verlassener Häuser nicht bestätigt worden. Allerdings dürfte der Gesamtschaden weit höher liegen als anfangs angenommen. Experten gehen mittlerweile von einer Schadenssumme in Höhe von 125 Milliarden Dollar aus. Voraussichtlich bis Anfang Oktober soll das Wasser aus New Orleans abgepumpt sein. Am Trockenlegen der Stadt beteiligen sich auch Spezialisten des deutschen Technischen Hilfswerks mit 15 Hochleistungspumpen.

WASHINGTON: Die anhaltende Kritik in den USA an der schleppend angelaufenen Hilfe für die Hurrikan-Opfer hat zu ersten Konsequenzen geführt. Heimatschutzminister Michael Chertoff entzog dem umstrittenen Chef der Behörde für Katastrophenschutz, Michael Brown, die Leitung des Hilfseinsatzes. Brown werde nach Washington zurückbeordert, sagte Chertoff. - Präsident George W. Bush zog eine Parallele zwischen der Naturkatastrophe und den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die USA seien in der Lage, jede Herausforderung zu bewältigen, betonte Bush. 

WASHINGTON: Der irakische Präsident Dschalal Talabani hat vor den Folgen eines übereilten Abzugs der US-Truppen aus seinem Land gewarnt. Ein Rückzug in nächster Zeit könnte zu einem Sieg der Terroristen führen und große Gefahren heraufbeschwören, sagte Talabani in Washington. Die amerikanischen Truppen sollten den Irak über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren verlassen, schlug Talabani vor. Zurzeit sind noch etwa 140.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Die Regierung in Washington steht innenpolitisch unter Druck, die Truppen möglichst schnell abzuziehen. - Am kommenden Dienstag will Talabani mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen.

WASHINGTON: Die US-Regierung darf nach der Entscheidung eines Bundesberufungsgerichts auch weiterhin Terrorverdächtige ohne Anklage inhaftieren. Nur so könne das Land in Kriegszeiten vor Terrorangriffen geschützt werden, erklärte das Gericht im US-Bundesstaat Virginia. Es hob mit dieser Begründung ein anderslautendes Urteil einer unteren Instanz auf. - In dem Fall ging es um den zum Islam konvertierten US-Bürger Jose Padilla, der 2002 nach seiner Rückkehr aus Pakistan unter Terrorverdacht inhaftiert worden war.

KAIRO: Ägyptens Präsident Hosni Mubarak ist für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden. Wie die Wahlkommission in Kairo mitteilte, erhielt Mubarak bei der Präsidentenwahl am Mittwoch mehr als 88 Prozent der Stimmen. Seine beiden Hauptrivalen, die Oppositions- Politiker Aiman Nur und Noaman Gomaa, bekräftigten ihren Vorwurf, es habe massive Wahlfälschungen gegeben. Der 77-jährige Mubarak steht bereits sei 1981 an der Spitze Ägyptens. Bei der Wahl am Mittwoch hatte er erstmals Gegenkandidaten zugelassen. - Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte dem Staatschef. In einem Glückwunsch- Schreiben hob der Kanzler insbesondere das Engagement Mubaraks im Nahost-Friedensprozess hervor. 

KIEW: Die vom Präsidenten der Ukraine, Viktor Juschtschenko, entlassene Regierungschefin Julia Timoschenko hat schwere Vorwürfe gegen ihren früheren politischen Verbündeten erhoben. Ihre Amtsenthebung sei zutiefst ungerecht, sagte Timonschenko im ukrainischen Fernsehen. Berater Juschtschenkos seien dafür  verantwortlich. In Zukunft würden sie und der Präsident politisch getrennte Wege gehen. - Juschtschenko hatte die wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck geratene Regierung am Donnerstag entlassen. - Juschtschenko und Timoschenko waren die Anführer der so genannten Revolution in Orange in der Ukraine Ende 2004.

BERLIN: Die wegen des Todes einer NPD-Direktkandidatin notwendig gewordene Verschiebung der Bundestagswahl in Dresden auf den 2. Oktober hat eine Debatte um mögliche Ergebnisverzerrungen ausgelöst. Verfassungsjuristen und Rechtsexperten der Parteien warnten, die Dresdner Wähler könnten durch Bekanntgabe der vorläufigen Resultate am 18. September beeinflußt werden. Bundeswahlleiter Johann Hahlen sagte, er werde am Wahlabend auf jeden Fall ein vorläufiges Endergebnis melden. Die gesetzliche Lage sei eindeutig und eine Geheimhaltung der Ergebnisse bis zur Nachwahl rechtswidrig. Die NPD teilte mit, neuer Direktkandidat in Dresden werde der Gründer der rechtsradikalen 'Republikaner', Franz Schönhuber. 

BERLIN: Die Deutsche Post bekommt mit Blick auf das Auslaufen des Briefmonopols Ende 2007 flächendeckende Konkurrenz. Die Verlage Axel Springer, Holtzbrink und die WAZ-Gruppe kündigten an, ihre regionalen Aktivitäten auf dem Markt der Postdienstleistungen zu bündeln und gemeinsam mit der luxemburgischen Rosalia AG ein Unternehmen für die bundesweite Briefzustellung zu gründen. Das Unternehmen soll bereits zu Beginn des Jahres 2006 seine Arbeit aufnehmen. Das Bundeskartellamt muss den Zusammenschluss noch genehmigen. -Bereits am Donnerstag hatte der Otto-Versand angekündigt, mit seiner Logistik-Tochter Hermes ab 2008 in großem Stil in den Briefmarkt einzusteigen.

BERLIN: Ulrich Matthes ist zum "Schauspieler des Jahres" gewählt worden. Matthes werde damit für seine Rolle in Edward Albees Ehedrama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" am Deutschen Theater Berlin geehrt, teilte die von der Zeitschrift "Theater heute" berufene Jury in Berlin mit. "Schauspielerin des Jahres" wurde Wiebke Puls für ihre Darstellung der Kriemhild in Friedrich Hebbels
"Die Nibelungen" an den Münchner Kammerspielen. Als 'Ärgernis des Jahres' bezeichneten die Kritiker die Forderung von Bundespräsident Horst Köhler nach mehr Werktreue an den Theatern. - "Ausländisches Stück des Jahres" wurde das Drei-Schwestern-Stück "The New Electric Ballroom" des irischen Autors Enda Walsh.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall wechselnd bewölkt mit vereinzelten Gewitterschauern. Die Tages-Höchsttemperaturen bewegen sich zwischen 22 und 30 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: stark bewölkt, 16 Grad,
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