Episode: Sonntag, 11. September 2005
Podcast: Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen)
Veröffentlicht: vor 7 Jahren, am 11.09.2005 um 10:00
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Beschreibung:
  • Japan wählt ein neues Parlament
  • USA gedenken der Terroropfer vom 11. September
  • FDP kommt zu Wahlparteitag zusammen

TOKIO: In Japan sind mehr als hundert Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Nach jüngsten Umfragen kann die Liberaldemokratische Partei von Ministerpräsident Junichiro Koizumi damit rechnen, wieder stärkste Kraft zu werden. Der Regierungschef hatte im vergangenen Monat vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, nachdem die von ihm geplante Post-Privatisierung gescheitert war. Erste Ergebnisse sollen kurz nach Schließung der Wahllokale um 13 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit veröffentlicht werden. Laut Medien- Berichten zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab als bei der letzten Parlamentswahl 2003. - Koizumis Liberaldemokratische Partei regiert in Japan seit dem Zweiten Weltkrieg fast ununterbrochen. 

NEW ORLEANS: Knapp zwei Wochen nach der Hurrikan-Katastrophe im Süden der USA gewinnen die Aufräumarbeiten jetzt an Tempo. Im verwüsteten New Orleans soll der Flughafen am Dienstag wieder für Passagiermaschinen freigegeben werden. Bis Anfang Oktober soll der größte Teil der Südstaatenmetropole leer gepumpt sein. An den Pumparbeiten ist auch das deutsche Technische Hilfswerk beteiligt. Nach Angaben des Außenministeriums haben die USA aus dem Ausland Spenden und Hilfsgüter im Wert von 700 Millionen Dollar erhalten. Das amerikanische Rote Kreuz betonte, es seien weitere freiwillige Helfer nötig. Derzeit seien 36.000 Freiwillige im Einsatz. Diese müssten aber durch neue Helfer ersetzt werden. Das Rote Kreuz betreut in den Katastrophenregionen im Süden der USA derzeit rund 160.000 Menschen.

WASHINGTON: Die USA begehen den vierten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001. Vier Schweigeminuten markieren die Zeitpunkte, zu denen die von Terroristen entführten Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers in New York einschlugen. In weiteren Zermonien wird an die mehr als 200 Toten der Abstürze von zwei weiteren entführten Maschinen in Washington und Pennsylvania erinnert. Präsident George W. Bush verglich unterdessen die aktuelle Hurrikan-Katastrophe mit den Terroranschlägen vom 11. September.

GAZA-STADT: Israels Armee hat letzte Vorbereitungen für ihren vollständigen Abzug aus dem palästinensischen Gaza-Streifen getroffen. An der Grenze zu Israel ist noch für diesen Sonntag eine Übergabe-Zeremonie geplant. Die palästinensische Autonomiebehörde will daran nicht teilnehmen. Mit dem Abzug gehen 38 Jahre israelische Besatzung im Gazastreifen zu Ende. Ägyptische Soldaten begannen - wie mit Israel vereinbart - die Grenze zum Gaza-Streifen zu sichern. Ägypten soll sicherstellen, dass keine Waffen an radikale
Palästinenser im Gaza-Streifen geschmuggelt werden.

BELFAST: In der nordirischen Hauptstadt ist es zu Unruhen gekommen. Mindestens zehn Polizisten und zwei Zivilisten wurden verletzt. Extremistische Protestanten griffen die Polizei, britische Soldaten und katholische Gegendemonstranten in mehreren Stadtteilen von Belfast mit selbst gebauten Sprengsätzen, Brandbomben und anderen Waffen an. Zu den Ausschreitungen kam es, nachdem die Polizei mehreren hundert Mitgliedern des protestantischen Oranierordens verboten hatte, durch ein katholisches Viertel Belfasts zu marschieren.--Mit dem jährlichen Marsch wollen die Oranier an einen Sieg der Protestanten über die irischen Katholiken aus dem Jahr 1690 erinnern.

PEKING: In China sind mehr als 300.000 Menschen wegen eines heranrasenden Taifuns evakuiert worden. 30.000 Schiffe und Boote wurden in die Häfen zurückbeordert. Der Taifun 'Khanun' wird voraussichtlich noch am Sonntag das chinesische Festland erreichen. Am Samstag war er über die Insel Taiwan hinweggefegt, hatte dort aber für keine Verletzten oder größere Schäden gesorgt.--'Khanun' wäre der 15.Taifun, der in diesem Jahr das chinesische Festland heimsuchen würde.

BRÜSSEL: Der Energie-Kommissar der Europäischen Union, Andris Piebalgs, rechnet damit, dass die Öl- und Benzinpreise weiter steigen werden. Es drohe ein neuer Ölpreisschub, da vor dem Winter die Lager wieder aufgefüllt werden müssten, sagte der EU-Kommissar dem Nachrichtenmagazin 'Focus'. Langfristig schließe er einen Benzinpreis von zwei Euro pro Liter nicht aus. - Die EU-Finanzminister vereinbarten zum Abschluss ihres Treffens im britischen Manchester, auf die Ölpreis-Steigerungen nicht mit Steuervergünstigungen zu reagieren. Zugleich forderten sie vor allem die USA und China auf, sparsamer mit Energie umzugehen. 

BONN: Beim Tag des offenen Denkmals öffnen an diesem Sonntag wieder historische Gebäude in ganz Deutschland ihre Türen. Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz als Organisatorin ankündigte, werden 7000 historische Bauten, Parks und archäologische Ausgrabungen in mehr als 2500 Städten und Gemeinden geöffnet sein - mehr als je zuvor. Eigentümer alter Häuser, Burgen, Mühlen oder
Fabriken laden zu Besichtigungen ein. Das Schwerpunktthema lautet in diesem Jahr 'Krieg und Frieden'. Gezeigt werden deshalb speziell Befestigungs- und Verteidigungsanlagen wie Zitadellen, Burgen, Stadtmauern und auch Bunker.

VENEDIG: Der taiwanisch-amerikanische Regisseur Ang Lee hat beim Filmfestival in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Lee wurde für seinen Film 'Brokeback Mountain' ausgezeichnet, der von der homosexuellen Liebe zweier Cowboys in den USA der 60er Jahre erzählt. Als bester Darsteller wurde David Strathairn aus den USA für seine Hauptrolle in 'Good Night, and Good Luck' ausgezeichnet. Die italienische Schauspielerin Giovanna Mezzogiorno wurde für ihre Rolle in 'La bestia nel cuore' als beste Darstellerin geehrt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wolkig mit teils kräftigen Regengüssen und Gewittern. Im Norden freundlicher. Tageshöchstwerte 20 bis 25 Grad.