| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 14.09.2005 um 10:00 |
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BAGDAD: Ein Selbstmordattentäter hat in Bagdads Schiiten-Viertel Kadhimija rund 90 Menschen mit in den Tod gerissen. Augenzeugen berichteten, der Attentäter habe sein Auto inmitten einer Ansammlung von Bauarbeitern in die Luft gesprengt. Etwa 120 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden. Am Morgen explodierten vier weitere Autobomben in Bagdad. Nach Angaben der Polizei wurden dabei mindestens sieben Menschen getötet und 20 verletzt. NEW YORK: Mit rund 175 Staats- und Regierungschefs beginnt am heutigen Mittwoch in New York das bislang größte Gipfeltreffen in der Geschichte der Vereinten Nationen. Das dreitägige Treffen findet im Rahmen der 60. Vollversammlung statt, die am Dienstag eröffnet wurde. Im Mittelpunkt des Gipfels stehen die Armutsbekämpfung, der Kampf gegen Terrorismus und die Reform der Weltorganisation. Dazu wollen die Staats- und Regierungschefs eine Grundsatzerklärung verabschieden, auf deren Entwurf sich Unterhändler nach wochenlangem Ringen erst am Dienstagabend in einer Krisensitzung verständigt hatten. Die Erklärung ist stark abgeschwächt. In vielen Punkten enthält der Entwurf nur Grundsatzformulierungen, da keine Einigung im Detail erreicht wurde. NEW YORK: Der chinesische Staatschef Hu Jintao hat US-Präsident George W. Bush Kompromissbereitschaft in handelspolitischen Streitfragen signalisiert. So sei man bereit, mit den USA über Massnahmen zu sprechen, die Importe aus den USA nach China zu zu verstärken, um das Handelsdefizit auszugleichen, sagte Hu bei einem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Als Schlüsselfrage für die Zukunft der chinesisch-amerikanischen Beziehungen bewertete Hu den Taiwan-Konflikt und die Haltung zu taiwanischen Unabhängigkeitsbestrebungen. NEW YORK: Der UN-Sicherheitsrat hat die Friedensmission der NATO in Afghanistan, ISAF, um ein Jahr verlängert. Die einstimmig verabschiedete Resolution wurde damit begründet, dass die Situation im Land weiter eine Bedrohung für den Weltfrieden darstelle. Das ISAF-Mandat besteht aus rund 10.000 Soldaten und wäre am 13. Oktober ausgelaufen. WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat schwere Versäumnisse der US-Regierung nach dem Hurrikan 'Katrina' eingeräumt und die Verantwortung dafür übernommen. Der Sturm habe offenbart, dass es auf allen Ebenen der Regierung ernsthafte Probleme gegeben habe, sagte Bush in Washington. Die Zahl der bestätigten Hurrikan-Toten ist inzwischen auf mehr als 650 gestiegen. Das teilten die Gesundheitsbehörden mit. HEIDELBERG: Der Finanzexperte im Wahlkampfteam der Union, Paul Kirchhof, will eng mit dem früheren Fraktionschef der Partei, Friedrich Merz, zusammenarbeiten. Am besten sei eine Tandemlösung mit Merz, der sich wie er für grundlegende Neuerungen in der Steuerpolitik eingesetzt habe. Wenn ihnen gemeinsam bis 2007 eine neue Steuerpolitik gelinge, wäre dies ideal, sagte Kirchhof auf einer Wahlkampfveranstaltung in Heidelberg. Nach der anhaltenden Kritik an Kirchhof, der eine Einheitssteuer von 25 Prozent für alle will, hatten mehrere Unionspolitiker erklärt, Merz müsse wieder in die erste Reihe vorrücken. Merz selbst signalisierte, er sei bereit, wieder eine führende Rolle in der Bundespolitik einzunehmen. MOSKAU: Mit einer Feierstunde in der russischen Hauptstadt haben Deutschland und Russland den 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der damaligen Sowjetunion gefeiert. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Volker Rühe, sage in Moskau, anfangs hätte wohl niemand geglaubt, dass gemeinsam so viel erreicht würde. Es gebe kein anderes Volk in Westeuropa, das ein solches echtes Interesse an Russland habe, betonte Rühe. NEW YORK: Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat beklagt, nach dem Abzug der Israelis herrsche im Gazastreifen das Chaos. Die palästinensische Autonomiebehörde müsse die Lage rasch unter Kontrolle bringen, forderte Scharon auf dem Weg zum UN-Gipfel in New York. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte einen Tag nach dem Rückzug der israelischen Armee ein Programm für den Aufbau des Gazastreifens vorgestellt. In einer Ansprache in Gaza-Stadt sagte Abbas, es sollten Tausende neue Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen. Zugleich kündigte er eine strengere Sicherheitspolitik an. BELGRAD: Der vom UN-Tribunal in Den Haag gesuchte Kriegsverbrecher Sredoje Lukic hat sich den bosnisch-serbischen Behörden gestellt. Er soll im Laufe des Tages in die Niederlande gebracht werden. Das teilte der Menschenrechtsminister von Serbien und Montenegro, Rasim Ljajic, mit. Lukic, der seit vielen Jahren untergetaucht war, wurde bereits vor fünf Jahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnien-Krieg angeklagt. Sein ebenfalls gesuchter Cousin, Milan Lukic, war im August in Argentinien gefasst worden. Beide sollen während des Bürgerkriegs Anfang der 90er Jahre an der Ermordung von Muslimen beteiligt gewesen sein. BERLIN: Vor dem Landgericht Berlin müssen sich von heute an drei türkische Brüder verantworten, denen vorgeworfen wird, ihre 25-jährige Schwester heimtückisch ermordet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft begangen die 19, 24 und 26 Jahre alten Männer den so genannten "Ehrenmord", weil sie den westlichen Lebensstil ihrer Schwester als Kränkung der Familienehre empfanden. Die junge Türkin war Anfang Februar in Berlin erschossen worden. Sie hatte sich aus ihrer Zwangsehe gelöst und ein eigenständiges Leben begonnen. Der Fall hatte eine bundesweite Diskussion über "Ehrenmorde" in moslemischen Familien und Zwangsehen ausgelöst. ZUR BÖRSE: Der Deutsche Aktienindex ist fest gestartet. Der DAX stand vor wenigen Minuten mit einem Plus von 20 Punkten bei rund 4.921. In Tokio sackte der Nikkei-Index um 68 Punkte und schloss bei 12.834. Für einen Euro wurde zuletzt rund ein US-Dollar 22 gezahlt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten her aufziehende Bewölkung mit etwas Regen. Im Süden und Osten ein Mix aus Sonne und Wolken. Tageshöchstwerte 20 bis 25 Grad, an der Nordsee höchstens 18 Grad. |
