| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 17.09.2005 um 10:00 |
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BERLIN: Einen Tag vor der Bundestagswahl werben die Spitzenkan- didaten der Parteien noch einmal um die Stimmen der noch unent- schlossenen Wähler. Anders als bei früheren Wahlkämpfen haben die Parteien entschieden, ihre Kampagnen diesmal nicht wie sonst üblich am Freitagabend zu beenden. Grund ist der von Meinungsforschern prognostizierte knappe Wahlausgang zwischen den politischen Lagern. Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Herausforderin Angela Merkel werden zunächst zu Kundgebungen in Nordrhein-Westfalen erwartet. Schröder spricht in Recklinghausen, Unions-Kanzlerkandi- datin Merkel in Bonn. Später sind dann Auftritte in Frankfurt am Main vorgesehen. Auch Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle und Gregor Gysi von der Linkspartei wollen bis zuletzt um die Gunst der Wähler kämpfen. NEW YORK: Das Weltgipfeltreffen der Vereinten Nationen ist mit einem Minimalkonsens zuende gegangen. Die 170 Teilnehmerstaaten verabschiedeten nach dreitägiger Debatte eine Erklärung, in der sie die Bekämpfung von Armut und Terrorismus zur zentralen Aufgabe der Weltgemeinschaft erklären. Konkrete Verpflichtungen wie etwa die Aufstockung der Entwicklungshilfe wurden aber nicht vereinbart. So fielen die ursprünglich geplanten Aussagen zur Abrüstung und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen ganz weg. Auch lässt der Text eine Definition von 'Terrorismus' und Einzelheiten zum geplanten UN-Menschenrechtsrat vermissen. NEW ORLEANS: Die Wasser- und Schlammmassen in der US-Südstaatenmetropole New Orleans sind nach neuen Angaben der Behörden weit geringer verschmutzt als bisher befürchtet. Zwar seien weite Teile der Stadt mit übel riechendem Schmutz und verunreinigtem Wasser überzogen. Ausreichend Belege für eine weit verbreitete Verseuchung des Wassers gebe es aber nicht, sagten Experten vom US-Zentrum für Krankheitsüberwachung und Prävention. Nach der bisherigen Bilanz kamen im Süden der USA infolge des Hurrikans 'Katrina' vor rund drei Wochen mindestens 816 Menschen ums Leben. BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt sind bei einem Bombenanschlag in einem mehrheitlich von Christen bewohnten Viertel mindestens ein Mensch getötet und 23 verletzt worden. Die Hintergründe der Tat von Freitag sind noch unklar. Nach Polizeiangaben detonierte der Sprengsatz nahe einer Bankfiliale. - In Beirut sind seit dem tödlichen Attentat auf den früheren Regierungschef Rafik Hariri am 14. Februar immer wieder Sprengstoffanschläge verübt worden. Viele Libanesen verdächtigen die syrische Regierung, hinter dem Mordanschlag zu stehen. Dazu wollen UN-Ermittler an diesem Samstag in Damaskus syrische Beamte befragen. NEW YORK: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas hat Israel aufgefordert, nach dem Abzug aus dem Gaza-Streifen das Gebiet nicht abzuschotten. Derzeit sei der Gaza-Streifen ein großes Gefängnis, erklärte Abbas in einem Redetext für den UN-Gipfel in New York. Notwendig sei eine Straßenverbindung zwischen dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland. Auch müsse den Palästinensern die Hoheit über den Luft- und Schiffsverkehr im Gaza-Streifen zugestanden werden. BERLIN: Die Finanzlage der Rentenkassen in Deutschland ist erneut angespannt. Wie ein Sprecher des Bundessozialministeriums bestätigte, sind die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung im August auf 402 Millionen Euro gesunken. Dies ist ein neuer Tiefstand. Ursache seien die unerwartet niedrigen Beitragseinnahmen. Der Sozialexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Wolfgang Zöller, kündigte für den Fall eines Wahlsieges zügige Reformen des Rentensystems an. Die jetzige Situation sei dramatisch, sagte der CSU-Politiker. Er sprach sich dafür aus, die betriebliche und private Altersversorgung auszubauen. OSNABRÜCK: Im Tarifstreit um die Bezahlung der Klinikärzte in Deutschland haben die Krankenkassen die Gehaltsforderungen der Mediziner als überzogen kritisiert. AOK-Vorstandschef Hans-Jürgen Ahrens sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Forderung nach einer Gehaltsaufstockung um fast ein Drittel habe schon einen Hauch von Unverfrorenheit. Die Klinikärzte könnten nicht mehr Geld für weniger Arbeit bekommen. In dieser Woche waren der Marburger Bund als Gewerkschaft der Klinikärzte und die Tarifgemeinschaft der Länder erstmals zu Tarifgesprächen für die 22.000 Ärzte an den Hochschulen in Deutschland zusammengekommen. WELLINGTON: Unter starker Beteiligung hat Neuseeland ein neues Parlament gewählt. Umfragen sehen die Labour-Partei von Regierungschefin Helen Clark Kopf an Kopf mit der konservativen Nationalpartei und ihrem Spitzenkandidaten Don Brash. Erwartet wird, dass keine der beiden Parteien eine absolute Mehrheit erzielt. Insgesamt waren 2,8 Millionen Neuseeländer aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Beobachter erwarteten, dass die Wahlbeteiligung die Quote von 77 Prozent der Abstimmung vor drei Jahren übertroffen hat. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Süden noch bewölkt und regnerisch, sonst zunehmend freundlicher. Höchstwerte zwischen zwölf und 17 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 15°, Nieselregen; Berlin: 18°, heiter; Dresden: 16°, heiter; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 19°, sonnig und München: 13°, wolkig. |
