| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 24.09.2005 um 10:00 |
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MIAMI: Der Hurrikan 'Rita' hat die Südküste der USA erreicht. Im Küstengebiet von Texas und Louisiana wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern die Stunde und starke Regenfälle verzeichnet. Befürchtet werden Zerstörungen der Erdölraffinerien. Millionen Menschen aus Texas und Louisiana waren am Freitag ins Landesinnere geflüchtet und hatten so ein riesiges Verkehrschaos ausgelöst. In New Orleans brach wegen der starken Regenfälle ein gerade erst geflickter Damm. Wasser strömte in bereits leer gepumpte, aber weitgehend noch verwaiste Stadtteile. Nur der Norden von New Orleans blieb von neuen Überflutungen verschont. BERLIN: Nach den ergebnislosen Sondierungsgesprächen zwischen der Union und den Grünen spitzt sich im Poker um die Regierungsbildung der Streit um die Kanzlerschaft in einer möglichen großen Koalition von CDU/CSU und SPD zu. Führende Unions-Politiker untermauerten die Anwartschaft von CDU-Chefin Angela Merkel auf die Führungsrolle in einem solchen Bündnis. Die Union solle erst Koalitionsverhandlungen mit der SPD aufnehmen, wenn Gerhard Schröder seinen Verzicht auf die Kanzlerschaft erklärt habe, forderte Hessens Ministerpräsident Roland Koch im Magazin 'Focus'. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt -CDU- sprach sich entschieden gegen eine große Koalition mit einer wechselnden Kanzlerschaft zwischen Schröder und Merkel aus. Dieser in die Diskussion gebrachte Vorschlag sei völliger Unsinn und entspreche nicht der Verfassungstradition. MÜNCHEN: Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber will im Falle einer Großen Koalition anscheinend doch nach Berlin wechseln. CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagte im Fernsehen, falls die Union Regierungsverantwortung übernehmen sollte, sei davon auszugehen, dass Stoiber das Gewicht der CSU durch seine Anwesenheit persönlich zum Ausdruck bringe. Die 'Leipziger Volkszeitung' schreibt unter Hinweis auf ein CSU-Vorstandsmitglied, Stoiber wolle in Berlin eine führende Position übernehmen. BERLIN: Nach Union und SPD hat am Freitag auch die Linkspartei ihre neue Fraktionsspitze gewählt. Zu ihren gleichberechtigten Vorsitzenden bestimmten die 54 Abgeordneten die Politiker Gregor Gysi und Oskar Lafontaine. Gysi erhielt 50 und Lafontaine 51 Ja-Stimmen. Die Fraktion nennt sich künftig 'Die Linke'. - Ihre Führung machte nach der Sitzung deutlich, dass die Fraktion die SPD zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterstützen werde. BERLIN: Alle neu gewählten Bundestagsabgeordneten sollten sich nach Ansicht der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, auf eine frühere Geheimdiensttätigkeit überprüfen lassen. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu erfahren, inwieweit Parlamentarier mit der DDR-Staatssicherheit zusammengearbeitet hätten, sagte Birthler. Unterstützung kam von den Grünen, die sich für eine freiwillige Überprüfung aussprachen. WASHINGTON: Die Sorge um die Folgen des hohen Ölpreises für die Weltwirtschaft hat das Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) in Washington bestimmt. Die Finanzminister und Notenbankchefs riefen die Ölförderländer auf, mögliche Ölreserven auf den Markt zu bringen. Auch sollte mehr Geld in die Erkundung neuer Ölfelder sowie in den Ausbau der Raffinerien gesteckt werden. Um Spekulationen im Ölsektor vorzubeugen, sollten die Länder zudem mehr Transparenz bei Angebot und Nachfrage schaffen. An den Internationalen Währungsfonds IWF wurde appelliert, den bereits vereinbarten Schuldenerlass für die ärmsten Staaten der Welt mitzutragen. Der IWF und die Weltbank tagen an diesem Wochenende ebenfalls in Washington. JERUSALEM: Israel hat die palästinesischen Autonomiegebiete abgeriegelt. Zuvor hatte die Luftwaffe Waffenfabriken und -depots palästinensischer Extremisten im Gazastreifen bombardiert, mehr als eine Woche nach dem Abzug israelischer Truppen. Als Grund wurden die palästinensischen Raketenangriffe auf die israelische Grenzstadt Sderot vom Freitag genannt. Die Verantwortung dafür hatte der Islamische Dschihad übernommen und das mit der Tötung dreier seiner Aktivisten durch Israel begründet. Am Freitag waren bei einer Siegesparade der Extremisten-Organisation Hamas im Gazastreifen 19 Palästinenser ums Leben gekommen, als ein mit Raketen beladener Kleintransporter explodierte. WIEN: Der Streit um Irans Atomprogramm geht in eine nächste Runde. An diesem Samstag soll der aus 35 Staaten bestehende Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO über eine von der EU vorgelegte Iran-kritische Resolution abstimmen. Darin werden dem Iran unter anderem mehrere Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag vorgeworfen. Ziel ist, den Fall vor den Weltsicherheitsrat zu bringen. Vor allem die blockfreien Staaten sowie Russland und China sind jedoch dagegen, so dass eine mögliche Kampfabstimmung im Gouverneursrat erwartet wird. Zweijährige Verhandlungen mit der EU über einen Stopp des Atomprogramms verliefen ergebnislos. NEW YORK: Ohne Durchbruch ist eine Konferenz von mehr als 100 Staaten zum Stopp von Atomwaffentests in New York zuende gegangen. Es wurde lediglich ein Aufruf an die Atommächte gerichtet, das Moratorium weiter einzuhalten und ein entsprechendes Abkommen aus dem Jahr 1996 zu ratifizieren. Es kann erst in Kraft treten, wenn es von allen 44 Ländern, die in der Lage sind, Atomwaffen zu produzieren, ratifiziert worden ist. Elf davon, darunter die USA, Iran, Israel, Nordkorea sowie Indien und Pakistan, verweigern sich dem bislang. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten wolkig mit einzelnen Schauern, nach Südosten hin zunehmend sonnig. Tagestemperaturen 19 bis 24 Grad. Hamburg: 14 Grad, wolkig |
