| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 26.09.2005 um 10:00 |
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BERLIN: Eine Woche nach der Bundestagswahl in Deutschland gibt es im Poker um die Regierungsverantwortung Bewegung. Bundeskanzler Gerhard Schröder plädierte im Fernsehen für eine Große Koalition aus SPD und Union. Er werde alles tun, damit ein solches Bündnis zustande komme, sagte Schröder. Bei der Frage, wer dann Kanzler werde, müssten sich beide Seiten bewegen. Schröder betonte, zunächst allerdings müsse klar sein, dass die beiden großen Parteien wirklich formal und formell Koalitionsverhandlungen miteinander führten. Dagegen bekräftigte CDU-Chefin Angela Merkel den Anspruch der Union auf die Kanzlerschaft. Die rot-grüne Koalition sei abgewählt und das müssten auch die Sozialdemokraten akzeptieren, sagte Merkel. WARSCHAU: In Polen kommt es zu einem Regierungswechsel. Bei der Parlamentswahl am Sonntag konnte sich die konservative Opposition durchsetzen. Stärkste Kraft wurde nach jüngsten Hochrechnungen die national-konservative 'Partei Recht und Gerechtigkeit' mit gut 26 Prozent der Stimmen. Nur etwa zwei Prozentpunkte weniger erhielt die liberal-konservative 'Bürgerplattform'. Beide Parteien wollen eine Koalition bilden. Großer Wahlverlierer ist das Bündnis der 'Demokratischen Linken', das bislang die polnische Regierung stellte. Nach diversen Skandalen erreichte das Linksbündnis nur noch etwa elf Prozent, das sind 30 Punkte weniger als bei der Parlamentswahl 2001. PARIS: Bei groß angelegten Razzien im Großraum Paris und in der Normandie hat die französische Polizei sieben Terror-Verdächtige festgenommen. Die mutmaßlichen Islamisten werden verdächtigt, Attentate vorbereitet zu haben. Die Festgenommenen sollen der radikal-islamischen 'Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf' angehören. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Regierung in Algerien zu stürzen. BAGDAD: Bei einem neuen Selbstmord-Anschlag in der irakischen Hauptstadt sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden ereignete sich der Anschlag vor dem Ölministerium. Augenzeugen berichteten, der Attentäter sei in seinem mit Sprengstoff beladenen Auto in einen Bus gerast, der Mitarbeiter des Ministeriums zur Arbeit gebracht habe. Die Zahl der Verletzten wurde mit fast 20 angegeben. GAZA-STADT: Die israelische Luftwaffe hat erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Kampfhubschrauber feuerten mehrere Raketen ab, unter anderen auf die Hochburg radikaler Palästinenser Chan Junis. In Gaza wurde ein ranghohes Mitglied der radikalen Palästinenser-Organisation Islamischer Dschihad getötet. Die militante Hamas-Bewegung kündigte unterdessen die Einstellung ihrer Raketenangriffe auf Israel an. Die Entscheidung sei aus Sorge um die palästinensische Bevölkerung getroffen worden, sagte Hamas-Führer Mahmud Sahar. Im Westjordanland nahm die israelische Armee weitere 50 mutmaßliche Extremisten fest. Bereits am Wochenende hatten israelische Soldaten mehr als 200 Mitglieder radikaler Gruppen in Gewahrsam genommen. WASHINGTON: Der vereinbarte Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt hat auch die Zustimmung der Weltbank-Mitglieder erhalten. Der gemeinsame Entwicklungsausschuss von Internationalem Währungsfonds -IWF- und Weltbank bekräftigte die Vorschläge der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands -G8-, den Ländern ihre gesamten Schulden bei Weltbank, IWF und afrikanischer Entwicklungsbank zu erlassen.--Zum Abschluss ihrer Jahrestagung begrüßten IWF und Weltbank zudem die Beitrittsverhandlungen der Europäischen Union mit der Türkei. LIMA: Ein heftiges Erdbeben hat den Norden Perus erschüttert. Nach Angaben von Seismologen erreichten die Erdstöße die Stärke 7 bis 7,5 auf der Richterskala. Laut Medien-Berichten wurden zahlreiche Häuser zerstört oder beschädigt, mehrere Menschen kamen ums Leben. STUTTGART: Der Autobauer Porsche will Hauptaktionär von Volkswagen werden. Nach Angaben von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist geplant, 20 Prozent der VW-Aktien zu kaufen. Derzeit hält Porsche weniger als fünf Prozent der Volkswagen-Papiere. Mit dem Schritt soll eine feindliche Übernahme des VW-Konzerns langfristig verhindert werden. Für Porsche ist Volkswagen ein wichtiger Partner in der Entwicklung und Fertigung, wie Wiedeking betonte. VW begrüßte die Ankündigung. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, die IG Metall und das Land Niedersachsen als bislang größter VW-Aktionär äußerten sich positiv. Alle sprachen von einer guten Nachricht für den Standort Deutschland. BERLIN: Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die beiden großen Kirchen in Deutschland die diesjährige 'Woche der ausländischen Mitbürger' eröffnet. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, mahnte in Berlin, Integration dort zu erleichtern, wo sie möglich und geboten sei. Bundesinnenminister Otto Schily forderte in einem Grußwort dazu auf, Migranten mit Offenheit und Toleranz zu begegnen. Ausländer müssten sich aber auch integrieren und dürften sich nicht in Parallelgesellschaften einrichten, sagte Schily weiter. Bis zum 1. Oktober sind bundesweit in 150 Städten und Gemeinden mehr als 2.000 Veranstaltungen geplant. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt ist mit Gewinnen in den Handelstag gestartet. Der Index DAX stand vor wenigen Minuten bei 4.968 Punkten, einem Plus von 85 Punkten. - Die japanische Börse in Tokio hat ihren Höhenflug fortgesetzt. Der Nikkei-Index verbesserte sich um 233 auf 13.393 Punkte. - Die Notierung des Euros bewegt sich um die Marke von einem US-Dollar 20.
DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bewölkt mit Aufheiterungen. Örtlich einzelne Schauer. Höchstwerte zwischen 19 und 24 Grad. Zuletzt meldeten: Hamburg: 13°, nach Nebel; Berlin: 13°, leicht bewölkt; Dresden: 14°, bewölkt; Köln/Bonn: 13°, heiter; Frankfurt am Main: 15°, Regen und München: 12°, wolkenlos. |
