| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 27.09.2005 um 10:00 |
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BERLIN: CDU/CSU und SPD streiten weiter über die Frage, wer in einer möglichen Großen Koalition den Bundeskanzler stellt. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement -SPD- wies die Äußerung von Unions-Kanzlerandidatin Angela Merkel zurück, die nochmals die Kanzlerschaft für sich beanspruchte. Zugleich warnte er die Union, bei der nächsten gemeinsamen Sondierungsrunde am Mittwoch Vorbedingungen zu stellen. Eine große Koalition sei eine Chance für die Lösung der Probleme in Deutschland. In einer Koalition aus Union und SPD lasse sich das Patt zwischen Bundesrat und Bundestag überwinden. Merkel hatte am Montag erklärt, wenn sie nicht Kanzlerin werde, nehme die Union auch ein Scheitern der Verhandlungen in Kauf. BERLIN: Die Bundestagsfraktionen von FDP und Grünen wollen an diesem Dienstag ihre Fraktionsspitzen wählen. Bei den Grünen bewerben sich die bisherige Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, Verbraucherministerin Renate Künast, Umweltminister Jürgen Trittin und der Wahlkampfmanager Fritz Kuhn. Die zweite Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christa Sager, zog ihre erneute Kandidatur zurück. Die FDP-Bundestagsfraktion will bei ihrer konstituierenden Sitzung den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gerhardt bis Anfang Mai 2006 im Amt bestätigen. Nach Gerhardts Amtszeit soll Parteichef Guido Westerwelle auch an die Spitze der Fraktion rücken. WOLFSBURG: Nach Zugeständnissen von Betriebsrat und IG Metall wird der neue Golf-Geländewagen im Stammwerk Wolfsburg gebaut. Das gaben die VW-Spitze und Arbeitnehmervertreter nach zähen Verhandlungen bekannt. Der Vorstand hatte gedroht, das Auto in Portugal zu bauen, wenn die Lohnkosten im Stammwerk Wolfsburg nicht um 850 Euro pro Fahrzeug gesenkt würden. Der Geländewagen soll 2007 auf den Markt kommen. - Zugleich machte der VW-Vorstand eine Zusage für die Fertigung eines neuen Modells ab 2008 im Werk Emden. HANOI: Der Taifun 'Damrey' hat im Norden Vietnams große Verwüstungen angerichtet. Innerhalb einer Stunde seien mindestens 10.000 Häuser und Unterkünfte zerstört worden, melden vietnamesische Medien. In der Provinz Nam Dinh brach ein Deich. Im Süden Chinas waren durch den Wirbelsturm mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die chinesischen Behörden bezeichneten 'Damrey' als den schlimmsten Taifun seit Jahrzehnten. PARIS: Frankreich will seine Anti-Terror-Maßnahmen weiter verschärfen. Innenminister Nicolas Sarkozy sagte im Fernsehen, die Videoüberwachung an öffentlichen Orten solle ausgebaut werden. Internetcafés sollten zur Speicherung detaillierter Daten ihrer Nutzer verpflichtet werden. Beides seien Bestandteile des Anti-Terror-Gesetzes, das im Oktober im Kabinett behandelt werde, so Sarkozy. Am Montag waren bei einer Razzia westlich von Paris neun mutmaßliche Terroristen festgenommen worden. Sie sollen nach Presseberichten Anschläge auf die Metro, einen Flughafen und das Gebäude des Abwehrdienstes geplant haben. Alle neun sollen zur Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf gehören, die der El Kaida-Terrorgruppe nahesteht. TEL AVIV: Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat sich im Machtkampf gegen seinen partei-internen Rivalen Benjamin Netanjahu durchgesetzt. Das Zentralkomitee des Likud-Blocks lehnte es mehrheitlich ab, die Wahl um das Amt des Parteichefs vorzuziehen. Netanhaju wollte die Likud-Partei bereits im kommenden November und nicht erst im April 2006 abstimmen lassen. Mit dem Votum wurde eine Verschärfung der Parteikrise abgewendet. Beobachter hatten damit gerechnet, dass Scharon nach einer Entmachtung eine neue Partei gegründet hätte. Der Vorsitzende des Likud ist traditionell auch Kandidat für das Amt des israelischen Ministerpräsidenten. JERUSALEM: Die israelische Armee hat im Westjordanland nach eigenen Angaben weitere 82 militante Palästinenser festgenommen. Wie eine Militär-Sprecherin mitteilte, handelt es sich um Aktivisten der radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad. Bereits am Sonntag und Montag waren fast 300 Palästinenser festgenommen worden. Die israelische Luftwaffe flog erneut Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. Die US-Regierung appellierte an Israel, die möglichen Folgen der am Wochenende gestarteten Militäroffensive zu bedenken. BAGDAD: Im Irak hat sich wieder ein folgenschwerer Selbstmord- Anschlag ereignet. Wie die Behörden mitteilten, sprengte sich in der Stadt Bakuba ein Attentäter inmitten hunderter Polizei-Rekruten in die Luft. Dabei wurden nach ersten Berichten mindestens zehn Menschen getötet. - Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer traf unterdessen zu einem vorher nicht angekündigten Besuch in Bagdad ein. Er will sich über die Nato-Ausbildungmission für irakische Sicherheitskräfte informieren. WASHINGTON: Die zentrale Figur im Skandal um die Gefangenenmisshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghreib, die US-Soldatin Lynndie England, ist in einem Militärprozess schuldig gesprochen worden. Ihr drohen damit bis zu zehn Jahre Haft. Das Strafmaß wird voraussichtlich an diesem Dienstag verkündet. Die Misshandlungen in dem Gefängnis waren im Frühjahr 2004 durch Fotos bekannt geworden und hatten weltweit Empörung ausgelöst. Ein erstes Verfahren gegen England war im Mai geplatzt, nachdem der Richter ihr Schuldeingeständnis für unglaubwürdig und damit ungültig erklärt hatte. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt ist mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Der Index DAX stand vor wenigen Minuten bei 4.968 Punkten, 30 Punkte niedriger als bei der Schlussnotierung am Montag. Die asiatische Leitbörse in Tokio schloss leichter. Der Nikkei-Index fiel um 83 auf 13.310 Punkte. Der Euro wird derzeit mit einem Dollar 20 gehandelt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und besonders im Süden und Nordwesten Regen. In der Osthälfte dagegen vielfach sonnig und trocken. Zuletzt meldeten: Hamburg: 12 Grad, bewölkt Berlin: 13 Grad, wolkenlos Dresden: 14 Grad, leicht bewölkt Köln/Bonn: 15 Grad, stark bewölkt Frankfurt am Main: 15 Grad, regnerisch und München: 14 Grad, bewölkt. |
