| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 02.10.2005 um 10:00 |
| Link: | Webseite zu dieser Episode |
| Download: | Datei herunterladen |
| Beschreibung: |
JAKARTA: Die Anschläge auf Bali sind nach Angaben der Ermittler vermutlich von drei Selbstmordattentätern verübt worden. Ein Terrorismus-Fahnder sagte in Jakarta, die Anschläge trügen die Handschrift der radikalislamischen Gruppe Jemaah Islamiyah, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida haben soll. In den balinesischen Touristenhochburgen Kuta und Jimbaran waren am Samstag innerhalb weniger Minuten drei Bomben explodiert. Dabei wurden mindestens 25 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Unter den Todesopfern sind auch Ausländer. Über mögliche deutsche Opfer gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amtes keine Erkenntnisse. Im Oktober 2002 waren bei einer ähnlichen Anschlagsserie auf Bali mehr als 200 Menschen getötet worden. BERLIN/NEW YORK: Die Anschläge von Bali haben weltweites Entsetzen ausgelöst. UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich schockiert. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte der Regierung in Jakarta zu, die Zusammenarbeit gegen den Terror fortzusetzen. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer verurteilte die Anschläge als menschenverachtend. Die indonesische Regierung könne sich im Kampf gegen den Terrorismus auf die Solidarität Deutschlands verlassen. Die deutschen Reiseveranstalter rieten Deutschen, die ihre gebuchte Bali-Reise noch nicht angetreten haben, sich sofort bei ihrem jeweiligen Reisebüro zu melden. Der Flughafen auf Bali ist weiter ruhig. Anzeichen für eine Evakuierung der ausländischen Touristen gibt es Berichten zufolge nicht.
DRESDEN: Zwei Wochen nach der Bundestagswahl hat in einem Teil der sächsischen Landeshauptstadt die Nachwahl begonnen. Etwa 219.000 Wähler entscheiden, ob sich das Gewicht zwischen CDU/CSU und SPD im künftigen Deutschen Bundestag noch leicht verschiebt. Eine Umkehr des Kräfteverhältnisses im Bund durch die Nachwahl ist jedoch ausgeschlossen. Dennoch könnte das Abschneiden der großen Parteien Auswirkungen auf die Verhandlungen um eine mögliche große Koalition in Berlin haben. Die Nachwahl war durch den Tod einer Direktkandidatin erforderlich geworden. POTSDAM: In der brandenburgischen Landeshauptstadt haben die zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Die Auftaktveranstaltung fand bereits am Samstagabend in der Potsdamer Nikolaikirche statt. Dabei bezeichnete es Ministerpräsident Matthias Platzeck als Ehre für Brandenburg, 15 Jahre nach der Wiedervereinigung den Feiertag gestalten zu können. Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker würdigte die Leistung der Menschen in Ostdeutschland als historisch. Die Feierlichkeiten werden an diesem Sonntag mit einem Bürgerfest fortgesetzt. ANKARA: Der Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, hat die Forderungen Österreichs für die Beitrittsverhandlungen seines Landes mit der EU zurückgewiesen. Nach Berichten türkischer Medien betonte Erdogan in einem Telefonat mit dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die Türkei werde nur eine EU-Vollmitgliedschaft akzeptieren. - Als einziger der 25-EU-Staaten fordert Österreich, mit der Türkei nicht nur über einen Beitritt zur EU zu verhandeln, sondern alternativ auch über eine bloße Partnerschaft. Der so genannte Verhandlungsrahmen muss von den EU-Staaten einstimmig verabschiedet werden. - Die EU-Außenminister wollen an diesem Sonntag in einer Krisensitzung in Luxemburg versuchen, den Streit beizulegen. Gelingt dies nicht, können die Verhandlungen mit der Türkei nicht wie geplant am 3. Oktober beginnen. TEL AVIV: Israel hat seine Bürger wegen konkreter Terrorwarnungen zum sofortigen Verlassen der ägyptischen Sinai-Halbinsel aufgerufen. Israelische Medien berichteten, dem Geheimdienst lägen klare Hinweise auf geplante Entführungen israelischer Touristen auf ägyptischem Staatsgebiet vor. Tausende Israelis wollen über die jüdischen Feiertage, die am Montag mit dem Neujahrsfest beginnen, auf die Sinai-Halbinsel reisen. Vor rund einem Jahr hatten islamistische Attentäter bei Anschlägen in dem Badeort Taba und in zwei Feriencamps 34 Menschen getötet. Bei einer weiteren Bombenserie im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich waren im Juli fast 70 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zahlreiche westliche Touristen. BERLIN: Das DDR-Ministerium für Staatssicherheit hat nach einem Zeitungsbericht seit 1974 den damaligen Theologie-Professor Joseph Ratzinger und heutigen Papst Benedikt XVI. ausspioniert. Die 'Bild am Sonntag' berichtet, dies gehe aus Unterlagen der Birthler-Behörde hervor. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe der Veröffentlichung in einem Schreiben an die Behörde ausdrücklich zugestimmt. Die Stasi habe nach möglicherweise belastenden Dokumenten aus Ratzingers Jugend in der Nazi-Zeit gesucht, jedoch nichts gefunden. Der heutige Papst sei damals von der Staatssicherheit als einer der schärfsten Gegner des Kommunismus betrachtet worden. ZUM SPORT: In der ersten Fußball-Bundesliga hat Werder Bremen mit 2:1 in Berlin gewonnen und damit in der Tabellenspitze den Anschluss an Bayern München gehalten. Der Rekordmeister verbuchte einen 2:0-Heimerfolg gegen Wolfsburg. Leverkusen kam zu Hause über ein 1:1 unentschieden gegen Bielefeld nicht hinaus. Die weiteren Spiele vom Samstag: Mönchengladbach - Mainz 1:0, Nürnberg - Köln 2:1, Frankfurt - Schalke 0:1 und Hannover - Duisburg 1:1. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt und regnerisch, nur im Nordwesten aufgelockert und etwas Sonne. Tagestemperaturen zwischen neun und 17 Grad. |
