| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 04.10.2005 um 10:00 |
| Link: | Webseite zu dieser Episode |
| Download: | Datei herunterladen |
| Beschreibung: |
LUXEMBURG: Nach dramatischem Ringen und einer Einigung in letzter Sekunde hat die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufgenommen. Der britische Außenminister Jack Straw und sein türkischer Kollege Abdullah Gül eröffneten offiziell die Gespräche. Ratspräsident Straw sprach von einem historischen Tag, Außenminister Joschka Fischer zeigte sich erleichtert. Es sei gelungen, einen einstimmigen Beschluss über den Rahmen der Verhandlungen mit der Türkei herzustellen. Vorausgegangen waren langwierige diplomatische Verhandlungen um eine Beilegung des Streits mit Österreich. Zum Schluss stimmte das Land zu, die Mitgliedschaft der Türkei als Verhandlungsziel festzuschreiben. Zudem wurde vereinbart, dass die Aufnahmefähigkeit der EU ein wichtiges Kriterium für jede neue Erweiterung sei. LUXEMBURG: Die EU-Außenminister starteten auch formell Aufnahmegespräche mit Kroatien. Sie reagierten damit auf einen Bericht der Chefanklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, wonach die kroatischen Behörden nun vollständig mit dem Gericht zusammenarbeiten. Sie sei zuversichtlich, dass der als Kriegsverbrecher gesuchte kroatische General Ante Gotovina schon bald nach Den Haag überstellt werden könne, sagte Del Ponte in Luxemburg. Damit wurde das größte Hindernis für den Beginn der Verhandlungen zwischen EU und Kroatien beseitigt. Außerdem beschlossen die EU-Außenminister, in Kürze mit Serbien und Montenegro über ein Assoziierungsabkommen zu verhandeln. Ein solches Abkommen gilt als Vorstufe für spätere Beitrittsgespräche. BERLIN: SPD-Chef Franz Müntefering hat erneut bekräftigt, dass seine Partei an Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat festhält. Personalentscheidungen müssten in Koalitionsverhandlungen fallen und nicht vorher, sagte Müntefering im deutschen Fernsehen. Schröder hatte am Montag erstmals nicht mehr auf der Führungsrolle in der großen Koalition beharrt. CDU-Generalsekretär Volker Kauder machte dagegen erneut klar, dass die Union so lange nicht in Verhandlungen einsteigen werde, wie die SPD nicht den Führungsanspruch von Angela Merkel bestätigt habe. Die Union habe als stärkste Gruppe im Bundestag den Anspruch darauf, den Regierungschef zu stellen. SPD und Union bereiten an diesem Dienstag ihre dritte Sondierungsrunde mit dem Ziel einer großen Koalition vor. BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat an die gemeinsamen Wurzeln der Menschen jüdischen und christlichen Glaubens erinnert. In den vergangenen Jahrzehnten hätten die Menschen in Deutschland mehr und mehr verstanden, wie stark die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens und der abendländischen Kultur seien, schreibt Köhler in einer Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest Rosh Haschana. Zugleich erinnerte Köhler an die Gräuel des Holocausts. Besuche der Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und der Aufenthalt in Yad Vashem in Israel hätten ihn persönlich sehr bewegt. FRANKFURT AM MAIN: Die Bundeswehr verlegt zum zweiten Mal in diesem Jahr Soldaten in die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie sollen dort irakische Sicherheitskräfte ausbilden. Das als Hilfe zur Selbsthilfe angelegte Programm in den Vereinigten Arabischen Emiraten startete 2004 mit der Ausbildung von rund 120 Irakern als Kraftfahrer und Mechaniker. Im April wurde das Training für Pioniere aufgenommen. RAMALLAH: Wegen der angespannten Sicherheitslage in den Palästinenser-Gebieten hat das Parlament in Ramallah eine neue Regierung gefordert. In einem Beschluss wird an Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas appelliert, binnen zwei Wochen ein neues Kabinett einzusetzen. Allerdings verzichteten die Parlamentarier entgegen ersten Drohungen auf ein formelles Misstrauensvotum. Auslöser der Rücktrittsforderung war ein kritischer Parlamentsbericht. Darin wird den palästinensischen Sicherheitskräften Versagen im Kampf gegen die radikal-islamische Hamas vorgeworfen. Auch unternähmen sie zu wenig gegen das Chaos auf den Straßen im Gaza-Streifen und im Westjordanland. PARIS: Mit starken Behinderungen im Berufsverkehr hat in Frankreich ein landesweiter Streiktag begonnen. In vielen Städten des Landes blieben vor allem die Busse in den Depots. Schwere Verkehrstörungen wurden aus Lyon, Marseille und Toulouse gemeldet. In Lyon standen auch die U-Bahnen still, während in Paris nach Angaben der Verkehrsbetriebe nur einige Metro-Linien gestört waren. Mit dem landesweiten Ausstand wollen die französischen Gewerkschaften gegen Lockerungen beim Kündigungsschutz und die Privatisierung von Staatsbetrieben protestieren. Bereits am Montagabend hatten die Eisenbahner der nationalen Gesellschaft mit Aktionen und Arbeitsniederlegungen begonnen. Wegen des Streiks hat die deutsche Lufthansa mehrere Flüge von Deutschland nach Paris gestrichen. PEKING: Nach Überflutungen in Zentralchina haben die Behörden rund 13.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Betroffen sei vor allem die Provinz Hubei, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Neues China. Auch in den kommenden Tagen werde mit starken Regenfällen und Überschwemmungen gerechnet, hieß es. Zuletzt hatte der Taifun 'Longwang' im Südosten Chinas für Überschwemmungen gesorgt. Drei Menschen kamen ums Leben. Laut Medienberichten werden in der Küstenstadt Fuzhou weiterhin 59 Schüler einer Militärakademie vermisst, nachdem Wassermassen einige Gebäude der Akademie mitgerissen hatten. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt hat mit Verlusten eröffnet. Der DAX stand zuletzt bei 5.071 Punkten, rund 11 Punkte niedriger als bei der Schlussnotierung am Freitag. Der japanische Aktienmarkt schloss mit Gewinnen. Der Nikkei-Index stieg um 213 auf 13.738 Punkte. Der Euro wird mit einem Dollar 19 gehandelt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Mains stark bewölkt, zeitweise Regen. Sonst überwiegend freundlich. Tageshöchsttemperaturen 12 bis 19 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 8 Grad, fast wolkenlos; Berlin: 13 Grad, bedeckt; Dresden: 13 Grad, stark bewölkt; Köln/Bonn: 11 Grad, stark bewölkt; Frankfurt am Main: 14 Grad, bedeckt und München: 12 Grad, bedeckt. |
