| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 05.10.2005 um 10:00 |
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BERLIN: Die Spitzen von Union und SPD treffen an diesem Mittwoch zu ihrem dritten Sondierungsgespräch über die Bildung einer großen Koalition zusammen. Dabei sollen Übereinstimmungen bei Themen wie Arbeitsmarkt, soziale Sicherung, Finanzsituation und Bildung gesucht werden. Die Fronten sind jedoch wegen der weiterhin ungeklärten Kanzlerfrage verhärtet. Die Union will erst Verhandlungen über eine Koalition beginnen, wenn die SPD den Anspruch von CDU-Chefin Angela Merkel auf die Kanzlerschaft akzeptiert. Die SPD will das erst bei offiziellen Koalitionsverhandlungen entscheiden. Der stellvertrendende FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle brachte unterdessen die so genannte Jamaika-Koalition wieder ins Gespräch. Der 'Leipziger Volkszeitung' sagte er, ein Bündnis von Union, FDP und Grüne könnte die dauerhafte Aussöhnung von Ökonomie und Ökologie sein. Die Grünenvorsitzende, Claudia Roth, erteilte diesem Vorschlag jedoch erneut eine Absage. HEIDELBERG: Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sind Beschäftigte von Universitätskliniken in einen unbefristeten Streik getreten. Betroffen sind die Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm. Pflege-, Verwaltungs-, Technik- und Küchenpersonal protestieren gegen die geplante Verlängerung der Arbeitszeiten und die Kürzung ihrer Gehälter. Während des Ausstandes bleibt nach Angaben der Gewerkschaft Verdi eine Notversorgung gesichert. Die Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten der Kliniken waren im September gescheitert. NÜRNBERG: Mit einem Warnstreik haben AEG-Beschäftigte das von Schließung bedrohte Hausgeräte-Werk in Nürnberg lahm gelegt. Mehrere hundert Arbeiter der Frühschicht versammelten sich zu einer Kundgebung vor den Werkstoren. Der Warnstreik soll insgesamt 24 Stunden dauern. Der schwedische Mutterkonzern Elektrolux hatte im Juni angekündigt, das Nürnberger Werk aus Kostengründen schließen und die Produktion nach Polen verlagern zu wollen. Damit würden 1.750 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Mit einer Entscheidung der Elektrolux-Konzernleitung wird am 24. Oktober gerechnet. KABUL: Die NATO will weitere 6.000 Soldaten nach Afghanistan entsenden. Dies gab NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bei einem Besuch in der Hauptstadt Kabul bekannt. Die Aufstockung des Kontingents auf insgesamt 15.000 Soldaten soll 2006 erfolgen, wenn die Allianz ihre Mission auf Südafghanistan ausdehnt. Dort sind nach wie vor zahlreiche Taliban-Kämpfer aktiv. Vor allem Großbritannien, Kanada und die Niederlande sollen die zusätzlichen Soldaten stellen. MADRID: Mehr als 100 Afrikaner haben einen weiteren Ansturm auf die Grenze der spanischen Exklave Melilla an der Küste Nordafrikas unternommen. Nach Angaben der Polizei gelangten etwa 40 von ihnen von Marokko aus auf spanisches Gebiet. Spanische Medien berichten von mehreren Verletzten. Der Zwischenfall ereignete sich an einer Stelle, an der die Grenzbefestigungen noch nicht von drei auf sechs Meter erhöht worden waren. Spanien hatte am Dienstag angekündigt, dass neben der Erhöhung der bestehenden Absperrungen noch ein dritter Zaun um die Stadt errichtet werden soll. In den vergangenen Wochen hatten hunderte von Afrikanern versucht, nach Melilla einzudringen und so auf das Gebiet der Europäischen Union zu gelangen. BANJA LUKA: Fast 20.000 bosnische Serben waren nach einem Bericht der bosnischen Regierung 1995 an dem Massaker von Srebrenica beteiligt. Die Gräueltat sei durch die Mitwirkung von Polizisten, Angehörigen der Armee und Zivilisten ermöglicht worden, heißt es in dem Bericht einer Untersuchungskommission, in der alle ethnischen Gruppen des Landes vertreten sind. Danach wurden bisher 17.000 der damals Beteiligten namentlich identifiziert. Das Massaker von Srebrenica ereignete sich in den letzten Monaten des Bosnien-Krieges im Juli 1995. In der damaligen UN-Schutzzone erschossen bosnische Serben 8.000 unbewaffnete moslemische Männer und Jungen. Als Hauptverantwortliche gelten der Ex-Serbenführer Radovan Karadzic und sein General Ratko Mladic. MEXIKO-STADT: Durch den Wirbelsturm 'Stan' sind in Mittelamerika mehr als 60 Menschen ums Leben gekommen. Allein im besonders schwer betroffenen El Salvador erhöhte sich die Zahl der Toten auf 49. Präsident Antonio Saca rief die internationale Staatengemeinschaft auf, Hilfe zu leisten. Am Dienstag war der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern über die Mexikanische Golfküste hinweggefegt. Besonders stark betroffen waren die Bundesstaaten Chiapas und Veracruz. Dort setzte der Sturm ganze Küstengebiete unter Wasser. In der Stadt Veracruz musste der Hafen geschlossen werden. Etwa 12.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der Urlaubsregion Cancun wurden rund 50 Gebäude beschädigt. STOCKHOLM: Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den deutschen Physiker Theodor W. Hänsch und die US-Wissenschaftler John L. Hall und Roy J. Glauber. Alle drei haben nach Ansicht des schwedischen Nobel-Komitees einen großen Beitrag zum besseren Verständnis von Licht geleistet. Den Wissenschaftlern sei es gelungen, die Zahl der Schwingungen von Licht genau zu messen. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt hat mit Verlusten eröffnet. Der DAX stand zuletzt bei 5.083 Punkten, rund 55 Punkte weniger als bei der Schlussnotierung am Dienstag. Der japanische Aktienmarkt schloss ebenfalls mit Verlusten. Der Nikkei-Index sank um 48 auf 13.689 Punkte. Der Euro wird mit einem Dollar 19 gehandelt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte freundlicher Sonne-Wolken-Mix. Im Süden wolkiger. Am Alpenrand und im Schwarzwald etwas Regen. Tageshöchstwerte 15 bis 21 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 10 Grad, wolkig; Berlin: 11 Grad, fast wolkenlos; Dresden: 11 Grad, dunstig; Köln/Bonn: 11 Grad, Bodennebel; Frankfurt am Main: 15 Grad, stark bewölkt und München: 13 Grad, bedeckt. |
