| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 09.10.2005 um 10:00 |
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ISLAMABAD: Bei dem verheerenden Erdbeben in Pakistan sind nach neuen Angaben der Regierung mindestens 18.000 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher von Präsident Pervez Musharraf sagte, dies sei die Zahl der bisher bestätigten Todesopfer. Die endgültige Zahl könne angesichts des Ausmaßes der Verwüstung noch höher liegen. Hunderttausende Menschen seien obdachlos geworden. Besonders betroffen ist der pakistanische Teil Kaschmirs an der Grenze zu Indien. Die Hauptstadt Muzaffarabad sei größtenteils zerstört, meldeten Reporter. Im indischen Teil Kaschmirs gaben die Behörden die Zahl der Todesopfer mit rund 300 an. Tote und Verletzte gab es auch in Afghanistan. Das Erdbeben der Stärke 7,6 hatte die Region am Samstagmorgen erschüttert. - Deutschland und zahlreiche andere Staaten sagten ihre Hilfe zu. BERLIN: Drei Wochen nach der Bundestagswahl wollen Union und SPD den Weg für die Aufnahme offizieller Koalitionsverhandlungen frei machen. An dem wohl entscheidenden Spitzentreffen in Berlin nehmen an diesem Sonntag Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD-Chef Franz Müntefering und die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Angela Merkel und Edmund Stoiber, teil. Haupthindernis für den Beginn von Koalitionsverhandlungen ist die ungeklärte Kanzlerfrage. Die Unions- Parteien beharren darauf, dass Merkel Regierungschefin wird. Die Sozialdemokraten wollen hingegen an Kanzler Schröder festhalten. - Nach Presse-Informationen haben sich beide Seiten bereits darauf verständigt, im künftigen Kabinett gleich viele Plätze zu besetzen. Damit könnte die SPD zwei Fachministerien mehr erhalten, da die Union neben der Kanzlerschaft auch den Posten des Kanzleramts- Ministers für sich beansprucht. WARSCHAU: In Polen wird an diesem Sonntag ein neuer Staatspräsident gewählt. Als Favoriten gelten der Kandidat der rechtsliberalen Bürger-Plattform, Donald Tusk, und der Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski von der konservativen Partei 'Recht und Gerechtigkeit'. Nach zehn Jahren im Amt darf Präsident Aleksander Kwasniewski nicht mehr kandidieren. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, wird es in zwei Wochen eine Stichwahl geben. RABAT: Marokko bereitet nach Angaben der Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen' die Rückführung von rund 1.000 Flüchtlingen in ihre afrikanischen Herkunftsländer vor. Marokkanische Regierungsvertreter und afrikanische Diplomaten hätten entsprechende Verhandlungen bestätigt, teilte die Hilfsorganisation mit. Die spanische Zeitung 'El Pais' berichtete, die Abschiebungen stünden unmittelbar bevor. - In Marokko halten sich tausende Armutsflüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten auf, die in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla gelangen wollen. Hunderten war es in den vergangenen Wochen gelungen, die Sperranlagen zu überwinden. Spanien hat deshalb damit begonnen, Flüchtlinge nach Marokko zurückzubringen. BAGDAD: Bei dem Verfassungsreferendum im Irak am nächsten Sonntag steht nach Auffassung von Außenminister Hoschjar Sebari die Zukunft des Landes auf dem Spiel. Bei einer Ablehnung des Verfassungsentwurfs werde der Irak in das totale Chaos abgleiten, sagte Sebari der britischen Zeitung 'Sunday Telegraph'. - In Bagdad riefen am Samstag 21 sunnitische Organisationen dazu auf, die Verfassung bei der Volksabstimmung am 15. Oktober abzulehnen. MOSKAU: Bei einem Feuergefecht in der südrussischen Teilrepublik Dagestan hat die Polizei nach eigenen Angaben fünf mutmaßliche islamische Extremisten erschossen. Auch zwei Mitglieder von Polizeieinheiten seien getötet worden, hieß es weiter. Die Polizisten hätten in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala ein Haus gestürmt, in dem sich die Rebellen versteckt hätten. ANKARA: Nach Rumänien ist die Vogelgrippe nun auch in der Türkei aufgetreten. Wie die Regierung mitteilte, sind im Westen des Landes nahe der Stadt Balikesir 2.000 Vögel verendet, die sich möglicherweise bei Zugvögeln angesteckt haben. Die türkischen Behörden ordneten in dem Gebiet Straßensperren und Tötungen von möglicherweise infizierten Tieren an. - Unterdessen wurde in Rumänien das Donau-Delta unter Quarantäne gestellt. Einwohner wurden gegen Grippe geimpft. - Unklar ist, ob es sich bei den Vogelgrippe-Erregern in Rumänien und der Türkei um das für Menschen gefährliche und in Asien grassierende Virus H5N1 handelt. DARMSTADT: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA ist mit ihrem Satelliten-Projekt zur Erforschung des Klimawandels gescheitert. Wie die ESA in Darmstadt bestätigte, stürzte die russische Trägerrakete mit dem Satelliten 'CryoSat' ins Eismeer. Ursache war vermutlich ein Fehler im Flugkontrollsystem der Rakete. Der 140 Millionen Euro teure Forschungssatellit war am Samstag vom nordrussischen Raumfahrtzentrum Plesezk ins All geschossen worden. 'CryoSat' hätte aus mehr als 700 Kilometern Höhe untersuchen sollen, wie schnell infolge der globalen Erderwärmung die polaren Eismassen abschmelzen. ROM: Tausende deutsche Pilger sind nach Rom gereist, um an der Seligsprechungsfeier für den früheren Münsteraner Kardinal Clemens August Graf von Galen teilzunehmen. Am Ende der Zeremonie im Petersdom will Papst Benedikt XVI. zu den Gläubigen sprechen. Der 1946 verstorbene von Galen hatte sich mit seinem Widerstand gegen das Hitler-Regime internationales Ansehen erworben. Als einer der wenigen deutschen Kirchenführer wagte er es, offen gegen die Nazis Stellung zu beziehen. ZUM SPORT: Der finnische Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen hat den Großen Preis von Japan gewonnen. Im vorletzten Rennen der Saison kam Räikkönen mit seinem McLaren-Mercedes vor dem Italiener Giancarlo Fisichella im Renault ins Ziel. Platz drei in Suzuka belegte Fisichellas spanischer Teamkollege Fernando Alonso, der bereits als neuer Weltmeister feststeht. Michael Schumacher im Ferrari wurde Siebter. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung überwiegend freundlich, nur im Nordwesten dichtere Wolken. Tageshöchstwerte 16 bis 21 Grad. |
