| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 13.10.2005 um 10:00 |
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MOSKAU: In der südrussischen Stadt Naltschik haben mutmaßliche islamistische Rebellen Regierungsgebäude und Polizeistationen angegriffen. Aus der Hauptstadt der nordkaukasischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien werden nach Behördenangaben heftige Schießereien gemeldet. Mindestens drei Aufständische seien getötet worden. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen gibt es zudem Opfer unter der Zivilbevölkerung. Die Innenstadt von Naltschik sei abgeriegelt, teilten die Behörden mit. Eine Polizeistation stehe in Flammen. Auch am Flughafen der Stadt gebe es Kämpfe. ISLAMABAD: Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan hat ein weiteres Nachbeben den Norden des Landes erschüttert. Die Behörden befürchten, dass durch die neuerlichen Erdstöße bereits beschädigte Gebäude einstürzen könnten. In den Gebirgsregionen Pakistans verschärft sich die Situation von Millionen Obdachlosen durch einen Wintereinbruch. Helfer berichten, es seien bereits mehrere Menschen erfroren. In den entlegenen Bergregionen Kaschmirs sind immer noch etliche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf kündigte in einer Fernsehansprache die Beschleunigung der Hilfsmaßnahmen an. Bei dem bisher schwersten Erdbeben in der Geschichte Pakistans sind vermutlich mehr als 40.000 Menschen ums Leben gekommen. BERLIN: Die SPD hat nach Informationen der Deutschen Presseagentur die Besetzung der ihr in einer möglichen großen Koalition mit der Union zustehenden Ministerposten weitgehend geklärt. Danach soll Parteichef Franz Müntefering Vizekanzler und Minister für Arbeit und Soziales werden. Sein Amt als Fraktionsvorsitzender soll der bisherige Verteidigungsminister Peter Struck übernehmen. Das Umweltministerium geht an den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel, das Finanzministerium an den ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück. Neuer Außenminister wird Kanzleramtschef Frank Walter Steinmeier und Verkehrsminister der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee. Entwicklungministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, Justizministerin Brigitte Zypries, und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sollen im Amt bleiben. Über die Liste berät zunächst das Parteipräsidium, am Nachmittag auch die Fraktion. RABAT: Ungeachtet der Kritik der Vereinten Nationen hat Marokko abermals Flüchtlinge abgeschoben. Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte, insgesamt sollten 606 Malier ausgewiesen werden. Die Europäische Union will nach dem Flüchtlingsansturm auf die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta die Entwicklungshilfe für Afrika aufstocken. BAGDAD: Drei Tage vor dem geplanten Verfassungsreferendum hat das irakische Parlament den zur Abstimmung stehenden Entwurf geändert. In dem Entwurf wird die staatliche Einheit des Irak stärker betont. Damit kommt das Parlament der sunnitischen Minderheit entgegen. Die Sunniten hatten den Verfassungsentwurf bislang abgelehnt, weil sie ihre Interessen in einem schwachen Zentralstaat nicht gewahrt sehen. DAMASKUS: Der syrische Innenminister und frühere Geheimdienstchef Ghasi Kanaan hat Selbstmord begangen. Nach Angaben der Regierung in Damaskus erschoss sich der 63-Jährige in seinem Büro. Kanaan war im Zusammenhang mit dem Mord an dem libanesischen Ex-Regierungschef Rafik Hariri vom Februar wiederholt befragt worden. In wenigen Tagen soll ein Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen dazu erscheinen. Viele Libanesen vermuten eine syrische Beteiligung hinter dem Attentat. Kanaan hatte bis 2002 zwei Jahrzehnte lang die syrischen Geheimdienste im Libanon geleitet. KHARTUM: Nach der jüngsten Eskalation der Gewalt in der westsudanesischen Krisenregion Darfur haben die Vereinten Nationen große Teile des Gebiets für gefährlich erklärt und Hilfsorganisationen von Reisen in die Region abgeraten. Fast zwei Drittel des Gebiets, in dem bislang humanitäre Einsätze geleistet wurden, sei für Hilfspersonal nicht sicher. Es gebe unter anderem Banditenüberfälle, sagte eine Sprecherin der UN-Mission im Sudan. BRÜSSEL: Die Europäische Kommission hat den Nachweis der Vogelgrippe in Rumänien bestätigt und ein sofortiges Importverbot für lebende Vögel und alle Geflügelprodukte aus dem Land verhängt. Für das Land gelten damit dieselben Beschränkungen wie für die Türkei, wo das Virus ebenfalls nachgewiesen wurde. Nach Angaben des rumänischen Chefveterinärs Ion Agafiri wurde der Erreger bei drei Enten im Donau-Delta entdeckt. Deutschland will im Kampf gegen die Vogelgrippe die Kontrollen an Flughäfen, Autobahnen und Grenzen verschärfen. ROSTOCK: Den Autofahrern in Deutschland bleibt eine Pkw-Maut auf Autobahnen vorerst erspart. Die Verkehrsminister der Bundesländer lehnten bei einem Treffen in Rostock-Warnemünde mit knapper Mehrheit streckenabhängige Autobahn-Gebühren ebenso ab wie die Einführung von Vignetten. Sieben Minister stimmten dagegen, sechs dafür und drei enthielten sich. Stattdessen forderten die Minister in einem einstimmig beschlossenen Antrag den Bund auf, mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. ZUR BÖRSE: Der Frankfurter Aktienmarkt hat fester eröffnet. Der Deutsche Aktienindex DAX stand vor wenigen Minuten bei 4.990 Punkten, etwa zehn Punkte höher als bei der Schlussnotierung am Mittwoch. Der Nikkei-Index gab weiter nach. In Tokio verlor er rund 14 Punkte und ging mit 13.499 Punkten aus dem Handel. Der Euro notiert knapp unter der Marke von einem Dollar 20. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden örtlich zunächst noch Nebel, später wie im ganzen Land sonnig. Am Nachmittag im Nordwesten dichtere Wolken. Höchstwerte zwischen 16 und 23 Grad. |
