| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 15.10.2005 um 10:00 |
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| Beschreibung: |
BAGDAD: Begleitet von scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat im Irak das Referendum über den Entwurf der künftigen Verfassung begonnen. Rund 15,5 Millionen Iraker sollen über den vorliegenden Entwurf entscheiden. Aus Angst vor Anschlägen wurden die Grenzen geschlossen und die Nutzung privater Fahrzeuge verboten. Das Innenministerium meldete dennoch Angriffe auf einige der 6.600 Wahllokale. Wenige Stunden vor Beginn der Volksabstimmung hatten Aufständische durch Sabotageakte die Strom- und Wasserversorgung in und um Bagdad teilweise lahmgelegt. Ähnliche Aktionen wurden aus Basra gemeldet. Der zur Abstimmung stehende Verfassungstext war lange umstritten. Erst nach Verhandlungen in letzter Minute wurde ein Kompromiss zwischen den Volksgruppen erzielt. BRÜSSEL: Im Kampf gegen ein Einschleppen der Vogelgrippe haben sich die Staaten der Europäischen Union auf Sofortmaßnahmen verständigt. Die 25 Mitgliedsländer sollen unter anderem sicherstellen, dass es in gefährdeten Gebieten keinen Kontakt zwischen Zugvögeln und Hausgeflügel gibt. Dadurch solle das Ansteckungsrisiko für heimische Tiere möglichst gering gehalten werden, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. In der kommenden Woche wollen EU-Experten in die Türkei und nach Rumänien reisen, wo zuletzt Vogelgrippefälle bestätigt worden waren. Zumindest in der Türkei wurde ein Virustyp nachgewiesen, der auch auf den Menschen übertragen werden kann. - Das Bundesgesundheitsministerium warnte vor Panikmache. Menschen könnten sich nur bei direktem Kontakt mit Geflügel infizieren. DEN HAAG: Die niederländische Polizei hat nach eigener Darstellung mit der Festnahme von sieben Terror-Verdächtigen am Freitag Anschläge vereitelt. Innenminister Johan Remkes sprach von klaren Hinweisen darauf, dass die Festgenommenen Anschläge auf Politiker und das Hauptquartier des Geheimdienstes geplant hätten. Zuvor hatten Ermittler bei Razzien in drei Städten Wohnungen durchsucht. Sechs Männer und eine Frau wurden in Polizeigewahrsam genommen. Sie werden einem Netzwerk moslemischer Extremisten zugerechnet. Als Kopf dieser Gruppe gilt der bereits zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder des islam-kritischen Filmemachers Theo van Gogh. MOSKAU: Nach dem Rebellen-Überfall in der russischen Kaukasus- Republik Kabardino-Balkarien haben Polizei und Armee die Lage wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Sondereinsatzkräfte stürmten in der Republik-Hauptstadt Naltschik am Freitag mehrere Gebäude und befreiten die letzten Geiseln. Russlands Präsident Wladimir Putin lobte das entschlossene Handeln der Einsatzkräfte. Zugleich betonte er, seine Regierung werde auch künftig konsequent gegen alle Extremisten vorgehen. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Straßenkämpfen und Schusswechseln in Naltschik mehr als 100 Menschen getötet, darunter mehr als 70 Rebellen. Noch unklar ist, ob die Aufständischen aus dem nahegelegenen Tschetschenien kamen. ISLAMABAD: Bei dem verheerenden Erdbeben im Norden Pakistans sind mindestens 38.000 Menschen ums Leben gekommen. Wie Innenminister Aftab Sherpao weiter mitteilte, wurden 62.000 Menschen verletzt; mehr als drei Millionen Menschen wurden obdachlos. Derweil wird die Situation der Überlebenden im Erdbebengebiet nach Angaben von Hilfsorganisationen immer dramatischer. In einigen Teilen der Kaschmir-Region fiel Schnee, am Wochenende wird heftiger Regen erwartet. Überall werden dringend winterfeste Notunterkünfte gebraucht. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen weitete inzwischen seine Verteilung von Nahrungsmitteln auch auf entlegene Bergdörfer aus. Angesichts der verheerenden Zerstörungen stockt die deutsche Bundesregierung ihre Hilfen auf insgesamt 15,6 Millionen Euro auf. Die EU-Kommission gab weitere zehn Millionen Euro. PEKING: Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hat in der Nähe von Peking die Finanzminister und Zentralbankchefs der wichtigsten Volkswirtschaften zum so genannten G20-Gipfel empfangen. Bei dem zweitägigen Treffen geht es vor allem um die Risiken für die Weltwirtschaft, auch durch den hohen Ölpreis, und die Liberalisierung des Welthandels. Zum Auftakt warnte Hu vor einem neuen Protektionismus. Der G-20-Gruppe gehören die acht wichtigsten Industriestaaten G8 sowie Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien und Saudi-Arabien an. Auch die Europäische Union sowie die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sind vertreten. BERLIN: Die Union hat ihre inhaltlichen Schwerpunkte für die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen mit der SPD festgelegt. CDU-Generalsekretär Volker Kauder sagte nach einer Sitzung des Parteipräsidiums, die Union werde die Themen Finanz- und Arbeitsmarktpolitik in den Mittelpunkt stellen. An der Schaffung neuer Arbeitsplätze werde der Erfolg der Großen Koalition gemessen. Angesichts des Schuldenbergs fordere die Union außerdem einen Nachtragshaushalt. Nach wie vor unklar ist auch die Vergabe der Ministerposten. CDU-Chefin und Kanzlerkandidatin Angela Merkel will ihre Kabinettsliste erst am Montag präsentieren - kurz vor Beginn der Koalitionsgespräche mit der SPD. OLDENBURG: Kurz vor dem Beginn des Grünen-Parteitags in Odenburg hat Parteichef Reinhard Bütikofer eine Neuausrichtung der Partei angekündigt. In einem Interview sagte Bütikofer dem NDR, seine Partei wolle jetzt diejenigen erreichen, für die die Grünen bislang keine Alternative waren. Bei der eintägigen Bundesdelegierten- Konferenz mit rund 800 Teilnehmern sollen dazu die Leitlinien festgelegt werden. Außerdem wollen die Grünen über künftige Bündnispartner sprechen. Derzeit ist die Partei in keiner Landesregierung vertreten. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich der Mittelgebirge zunächst noch Wolken, im Tagesverlauf mehr Sonne. Sonst meist heiter. Tages- höchstwerte zwischen 15 und 20 Grad. |
