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| Podcast: | Made in Germany | Video Podcast | Deutsche Welle |
| Veröffentlicht: | vor 3 Jahren, am 14.03.2007 um 13:20 |
| Dateigröße: | 23.16 MB |
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| Beschreibung: | Man kann als Nutzer Autos, Kleidung, Dienstleistungen dort zum Kauf anbieten. An manchen Tagen geben die Bewohner in der virtuellen Welt umgerechnet über 1 Millionen US-Dollar aus. Große Firmen wie Adidas, Sony, BMG oder Amazon haben die Chancen dieser Plattform aus dem Internet erkannt. Sie eröffnen dort virtuelle Kaufhäuser. Firmen nutzten die Plattform, um zu testen, ob ihre Produkte bei den größtenteils jungen Nutzern ankommen oder auch als Werbeplattform, wie der deutsche Energieversorger EnBW. Gleichzeitig bieten Firmen wie Corecon Einführungsseminare und Beratungen für Neulinge im "Zweiten Leben" an und stellt ihre virtuellen Räumlichkeiten für andere Unternehmen zur Verfügung. Thorsten Wagner ist bei einer dieser Beratungen dabei, fragt bei EnBW nach und surft mit uns durchs Second Life. Eine Person in zwei Welten. In einer virtuellen Welt und real. Christina Dicke ist seit vergangenem Sommer in "Second Life" unterwegs, so wie mittlerweile vier Millionen andere weltweit. Die Berlinerin ist 32 Jahre alt und macht gerade ihren Doktor in Psychologie. Bis zu einer Stunde verbringt sie täglich in der Virtualität, zahlen muss sie dafür nichts: "Mein Account ist momentan kostenlos. Man kann sich auch einen Account nehmen, der dann was kostet. Dann kann man zum Beispiel Land kaufen. Aber im Moment kommt das für mich nicht in Frage und deswegen reicht mir der kostenlose Account." Grundstücke kaufen oder auch ganze Inseln ? das ist für mindestens 6 Euro im Monat möglich. Über die Kreditkarte kann man reales Geld in virtuelles Geld tauschen ? den Lindendollar. Je nach Kurs erhält man für einen Euro circa 300 Lindendollar. Mercedes-Benz kaufte, wie viele andere Firmen, eine ganze Insel. Der Autohersteller präsentiert dort neue Modelle. Autos können die Nutzer aber auch selber bauen. "Scripten" nennen die Second Life-Nutzer die Herstellung von künstlichen Objekten. Ob Roboter oder Gesellschaftsspiel - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, erklärt uns Christina Dicke: "Ich habe gerade mit einem Freund gesprochen, der sagt, im Moment verdient er ungefähr 10 Euro die Stunde mit Scripten, das heißt, die stellen auf Anfrage Kleidungsstücke her oder Möbel. Und er hat mir gesagt, er strebt an, mit seinen Freunden mal 4000 Euro im Monat zu verdienen." Viele Unternehmen probieren ebenfalls, ihre Angebote in der virtuellen Welt zu vermarkten. Die Berliner Firma Corecon bietet Seminare an, und die Teilnehmer sind virtuell zugeschaltet. Der Seminarleiter Sebastian Küpers hält einen Vortrag für Nutzer, die in "Second Life" bauen wollen. Aber auch Unternehmer überzeugen sich auf diese Weise von den Argumenten, in die künstliche Welt einzutreten. "Es gibt zwei Gründe. Ein Grund ist, dass Firmen sich in dem virtuellen Raum unwahrscheinlich interessant selbst inszenieren und darstellen können. Und der zweite Grund ist, dass sie mit Second Life ein Medium gefunden haben, in dem sich ihre Kunden freiwillig aufhalten und somit empfänglich für ihre Botschaften sind." sagt Sebastian Küpers, Berater und virtueller Architekt bei Pixelpark. Gründe, die auch Deutschlands drittgrößtes Energieversorgungsunternehmen EnBW aus Baden-Württemberg überzeugt haben. Der Marketingchef Markus Schröder hat den Auftritt in die virtuelle Welt vorangetrieben und hat sich das auch was kosten lassen: "Zu den genauen Kosten können wir natürlich aus Wettbewerbsgründen keine Auskünfte geben. Aber nur so viel: gemessen an der Reaktion und an der ganzen Interaktivität und an dem Lernen, was wir hatten, war es eine sehr sinnvolle Investition." EnBW hat in "Second Life" eine virtuelle Werbekampagne durchgeführt. Das Unternehmen hat damit mehr als 15.000 Nutzer erreicht sagt uns Markus Schröder, Bereichsvorstand Marketing von EnBW: "Also hier beispielsweise auf der linken Seite konnte man sich ein kostenloses Trikot-Set herunterladen ? mit Trikot und Hose. Und auf der rechten Seite konnte man sich den entsprechenden Rucksack herunterholen, mit dem man dann als Promoter in Second Life unterwegs sein konnte und Trikots verteilen konnte." Pro verteiltem Trikot bekamen die Nutzer 10 Lindendollar ? das sind etwa 3 Cent in Euro. Geld, mit dem sich Christina Dicke nicht ihre Wünsche in "Second Life" erfüllen kann: "Also ich hoffe, dass irgendwann mal ein Stückchen Land kaufen kann ? für meine Freunde und mich. Und wir uns dann regelmäßig treffen können, weil es im Moment schwierig ist, mit allen Leuten Kontakt zu halten, weil wir eben in der Welt verstreut sind und die Zeitverschiebung ist da manchmal ein bisschen schwierig. Das wäre schon schön, also ein Raum, in dem wir uns treffen können." Bis dahin surft sie weiter durch die virtuelle Welt. Auf der Suche nach einer bezahlbaren Trauminsel. |
