| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 17.05.2005 um 10:00 |
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WASHINGTON: Das US-Nachrichtenmagazin 'Newsweek' hat seinen Bericht über angebliche Koran-Schändungen durch amerikanische Soldaten vollständig zurückgezogen. Die Zeitschrift reagierte damit offenbar auf massive Kritik der US-Regierung. Bereits am Sonntag hatte 'Newsweek' Fehler in dem Bericht eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Diese Entschuldigung war vom Weißen Haus jedoch als nicht ausreichend zurückgewiesen worden. Das Magazin hatte unter Berufung auf eine anonyme Quelle berichtet, im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba hätten Aufseher den Koran auf Toiletten ausgelegt und dadurch entweiht. Daraufhin kam es in islamischen Ländern zu teilweise gewaltsamen Massenprotesten, bei denen in Afghanistan 15 Menschen getötet wurden. MOSKAU: Im Prozess gegen den russischen Ölunternehmer Michail Chodorkowski zeichnet sich ein hartes Urteil ab. Die am Montag in Moskau unterbrochene Verlesung der Urteilsbegründung wurde inzwischen fortgesetzt. Eine Richterin bezeichnete den früheren Chef des Yukos- Konzerns als 'Teil einer kriminellen Gruppe'. Dem 41-jährigen Chodorkowski werden Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat eine zehnjährige Haftstrafe beantragt. Chodorkowskis Anhänger halten das Verfahren für politisch motiviert. Sie sehen in dem Prozess den Versuch des Kremls, den einst reichsten Mann Russlands wegen seiner Unterstützung der Opposition zu bestrafen. NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat an Regierung und Opposition in Usbekistan appelliert, auf den Einsatz von Gewalt zu verzichten. Er verfolge die Entwicklung in der ehemaligen Sowjetrepublik mit 'großer Sorge', erklärte Annan. Die US-Regierung verurteilte das gewaltsame Vorgehen usbekischer Truppen bei den Unruhen in der Provinzhauptstadt Andischan. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste im Osten Usbekistans sind nach Augenzeugen-Berichten mindestens 500 Menschen getötet worden. Die usbekische Regierung sprach zuletzt von lediglich 70 Toten. NEW YORK: Deutschland, Japan, Indien und Brasilien forcieren ihre Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen. In New York brachten sie einen gemeinsamen Resolutionsentwurf in Umlauf, der eine Erweiterung des Weltsicherheitsrats vorsieht. In dem Papier heißt es, statt wie bisher 15 sollte das Gremium künftig 25 Mitglieder umfassen, darunter weitere sechs ständige Mitglieder. Die USA wollen Deutschland und die drei anderen Bewerberstaaten für einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat nur dann unterstützen, wenn diese kein Veto-Recht für sich fordern. WASHINGTON: Im Prozess um den Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib hat ein amerikanisches Militärgericht eine Reservistin der US-Armee für schuldig befunden. Das Gericht im texanischen Fort Hood bestätigte sechs der sieben Anklagepunkte gegen die 27-Jährige. Ihr drohen nun fünfeinhalb Jahre Haft. Die Angeklagte selbst hatte auf nicht schuldig plädiert. WARSCHAU: Auf dem Gipfeltreffen des Europarates in Warschau haben sich die Staats- und Regierungschefs der 46 Mitglieds-Länder zu Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bekannt. Polens Präsident Aleksander Kwasniewski rief als Gastgeber dazu auf, die politische Einigung Europas weiter voranzutreiben. Niemand dürfe ausgeschlossen werden, mahnte er. Während des Gipfeltreffens wurden drei Konventionen zur Unterzeichnung ausgelegt, die den Kampf gegen Terrorismus und Menschenhandel verbessern sollen. BONN: Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat weitere weltweite Klimaschutzverpflichtungen über das Kyoto-Protokoll hinaus gefordert. Bei einer Konferenz zur Nachbereitung der Klimakonferenz von Buenos Aires forderte Trittin klare Rahmenbedingungen für den Klimaschutz nach 2012. Bei einer ungebremsten Erwärmung drohe eine Welt ohne Regenwald am Amazonas, ohne Eisdecke auf Grönland und ohne Golfstrom, mahnte der Minister. Die EU fordere deshalb Anstrengungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau. Heute sei die Erdoberfläche bereits um durchschnittlich 0,7 Grad wärmer als vor der Industrialisierung. BERLIN: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat die Apotheker aufgefordert, auf Millionen-Nachforderungen gegenüber den Krankenkassen zu verzichten. Nach dem guten Geschäftsjahr 2004 sehe sie keinen sachlich begründeten Anspruch der Apothekerschaft auf Nachforderungen bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten, erklärte Schmidt. Die Gesundheitsreform fordere von allen Opfer. Nach einer Neuregelung können die Apotheken Ausgleichszahlungen fordern, wenn die Einnahmen bei rezeptpflichtigen Medikamenten im Jahr 2004 unter denen von 2002 lagen. Laut 'Bild am Sonntag' winken den Apothekern nun Nachzahlungen von mindestens 226 Millionen Euro. MÜNCHEN: Professor Kurt Sontheimer, einer der renommiertesten Politikwissenschaftler Deutschlands, ist in Murnau gestorben. Er erlag im Alter von 76 Jahren einer kurzen Krankheit. Wissenschaftler und Politiker würdigten sein politisches Engagement und seine Unabhängigkeit. Kurt Sontheimer hatte als Begründer des Faches Politikwissenschaft an deutschen Universitäten Resonanz im In- und Ausland gefunden. ZUR BÖRSE: Der deutsche Aktienmarkt ist behauptet gestartet. Der DAX stand zuletzt bei 4.270 Punkten, etwa zehn Punkte höher als bei der Schlussnotierung am Montag. Die japanische Leitbörse in Tokio schloss mit einem kräftigen Minus. Der Nikkei-Index fiel um 122 auf 10.825 Punkte. Der Euro wird mit einem Dollar 26 gehandelt. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend viele Wolken, örtlich Regen. Nur an der See heiter und trocken. Tageswerte zwischen neun und 18 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 8°, leicht bewölkt; Berlin: 7°, Regen; Dresden: 7°, etwas Regen; Köln/Bonn: 6°, leichter Regen; Frankfurt am Main: 11°, nach Regen und München: 11°, wolkig. |
