| Podcast: | Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen) |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 16.05.2005 um 10:00 |
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WASHINGTON: Nach heftigen anti-amerikanischen Protesten in islamischen Ländern hat das Magazin 'Newsweek' eingeräumt, dass der Bericht über Koran-Schändungen im US-Gefangenenlager Guantanamo möglicherweise falsch war. Die Zeitschrift teilte mit, der hochrangige US-Beamte, der 'Newsweek' als Quelle gedient hatte, sei sich in der Sache nicht mehr sicher. Unter Berufung auf den Beamten hatte das Nachrichtenmagazin berichtet, US-Soldaten hätten im Lager Guantanamo auf Kuba Koran-Ausgaben auf Toiletten ausgelegt und damit entweiht. Der Artikel hatte bei Moslems weltweit Empörung ausgelöst. - Ein Pentagon-Sprecher machte 'Newsweek' für die gewaltsamen Proteste in Afghanistan und anderen Ländern verantwortlich, bei denen mindestens 17 Menschen getötet wurden. TASCHKENT: Nach den schweren Unruhen im Osten Usbekistans verschärft sich die Lage an der Grenze zum Nachbarland Kirgisien. Augenzeugen berichteten von gewaltsamen Zusammenstößen und Schusswechseln mit mehreren Toten. Ein Diplomat beschrieb die Situation an der Grenze als 'äußerst angespannt'. Seit der blutigen Niederschlagung der Proteste in der Provinzhauptstadt Andischan versuchen tausende Usbeken, nach Kirgisien zu fliehen. Dort wurde mittlerweile ein Flüchtlingslager eingerichtet. PJÖNGJANG: Nach zehnmonatiger Pause haben Nord- und Südkorea ihren Dialog wiederaufgenommen. Offizielles Thema des zweitägigen Treffens in der Grenzstadt Kaesong ist eine Bitte Nordkoreas um Lieferung von Düngemitteln. Die südkoreanische Delegation erklärte allerdings, sie wolle auch das nordkoreanische Atomprogramm zur Sprache bringen. Der innerkoreanische Dialog war seit Mitte vergangenen Jahres unterbrochen. Seitdem stocken auch die Sechs-Nationen-Gespräche zur Beilegung des Atomstreits, an denen neben den beiden koreanischen Staaten auch die USA, China, Japan und Russland teilnahmen. BAGDAD: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat an alle Iraker appelliert, der neuen irakischen Regierung eine Chance zu geben. Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari sagte Rice in Bagdad, das erst Anfang Mai vereidigte Kabinett könne die Probleme nicht über Nacht lösen. Dschaafari sicherte zu, die sunnitische Minderheit in seinem Land bei der Ausarbeitung der Verfassung stärker einzubinden. Rice hatte bei ihrem überraschenden Besuch bemängelt, dass im Parlamentsausschuss für die neue Verfassung lediglich zwei von 55 Mitgliedern Sunniten seien. PARIS: In Frankreich haben die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes zu Streiks aufgerufen. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, wonach der Pfingstmontag in diesem Jahr erstmals kein gesetzlicher Feiertag in Frankreich mehr ist. Mit Hilfe des zusätzlichen Arbeitstages soll ein Neun-Milliarden-Euro-Programm für eine verbesserte Altenpflege finanziert werden. - Auch in Deutschland haben Wirtschafts- und Unternehmerverbände die Abschaffung des arbeitsfreien Pfingstmontags ins Gespräch gebracht. Es gebe in der Bundesrepublik zu viele Feiertage und zu viel Urlaub, kritisieren die Verbände. AUGSBURG: Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat beim Treffen der Sudetendeutschen Landsmannschaft scharfe Angriffe gegen die tschechische Regierung gerichtet. Vor mehreren tausend Teilnehmern in Augsburg verurteilte Stoiber am Pfingstsonntag das Festhalten Tschechiens an den Vertreibungs-Dekreten von 1945. Dies sei unvereinbar mit der europäischen Wertegemeinschaft und einer guten Nachbarschaft zu Deutschland. Die vom damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Benes unterzeichneten Dekrete stellten die rechtliche Grundlage dar für die Vertreibung von rund drei Millionen Sudetendeutschen. DARESSALAM: Die Regierung von Burundi und der Anführer der letzten verbliebenen Hutu-Rebellengruppe haben den Weg für eine dauernde Waffenruhe freigemacht. Präsident Domitien Ndayizeye und der Chef der 'Nationalen Befreiungskräfte', Agathon Rwasa, verkündeten im tansanischen Daressalam die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten. Beide Seiten vereinbarten, binnen eines Monats eine Arbeitsgruppe einzurichten, die die Schritte zum dauerhaften Waffenstillstand festlegen soll. Bei den seit 1993 andauernden Kämpfen in Burundi zwischen Hutu-Rebellen und den von Tutsi dominierten Regierungstrupppen wurden etwa 300.000 Menschen getötet. ADDIS ABEBA: Nach der Parlamentswahl in Äthiopien hat Minister- Präsident Meles Zenawi ein einmonatiges Demonstrationsverbot verhängt. Er wolle das Land damit vor Unruhen bewahren, kündigte Zenawi in einer Fernsehansprache an. Seine Partei, die Revolutionäre Demokratische Front des Äthiopischen Volkes, gilt als klare Favoritin bei der Wahl. Zenawi steht damit vor seiner dritten Amtszeit. 1991 wurde er nach dem Sturz des Diktators Mengistu Haile Mariam erstmals Regierungschef. Aufgrund der hohen Wahlbeteiligung blieben vielerorts die Wahllokale länger geöffnet. Wahlberechtigt waren knapp 26 Millionen Bürger. Das amtliche Wahlergebnis soll am 8. Juni vorliegen. ZUR BÖRSE: Der Frankfurter Aktienmarkt ist leichter in den Feiertagshandel gestartet. Der Index DAX stand vor wenigen Minuten bei rund 4.270 Punkten, knapp zehn Punkte niedriger als bei der Schlussnotierung am Freitag. Die Börse in Tokio schloss unter dem Druck schwacher US-Vorgaben mit deutlichen Verlusten. Der Nikkei-Index fiel um 102 auf 10.947 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit knapp einem Dollar 26 notiert. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und trocken. An den Küsten und am Alpenrand zeitweise Regen. Tageshöchstwerte 12 bis 20 Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: 9 Grad, wolkig; Berlin: 9 Grad, stark bewölkt; Dresden: 9 Grad, leicht bewölkt; Köln/Bonn: 8 Grad, wolkenlos; Frankfurt am Main: 8 Grad, wolkenlos und München: 9 Grad, wolkig. |
