Episode: Samstag, 14. Mai 2005
Podcast: Deutsche Welle Nachrichten (Langsam gesprochen)
Veröffentlicht: vor 7 Jahren, am 14.05.2005 um 10:00
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Beschreibung:
  • Anhaltende Unruhen in Usbekistan
  • Nord- und Südkorea zu neuem Dialog bereit
  • Amerikanische Regierung kündigt Untersuchung an 

TASCHKENT: Nach der Niederschlagung eines Aufstandes im Osten Usbekistans haben sich Soldaten und bewaffnete Truppen in der Stadt Andischan neue Feuergefechte geliefert. Um das von den Aufständischen besetzte Gebäude der Gebietsverwaltung seien Schüsse gefallen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Nach dem massiven Militäreinsatz am Freitag blieb das Ausmaß der Gewalt weiter unklar. Während Augenzeugen von vielen Toten und Verletzten berichteten, sprechen die usbekischen Behörden von deutlich weniger Opfern. Auslöser der Unruhen, bei denen Soldaten wahllos auf Demonstranten geschossen hatten, war ein Prozeß gegen 23 Geschäftsleute. Ihnen werden Verbindungen zu einer islamistischen Terror-Organisation zur Last gelegt. Die Regierung unter Präsident Islam Karimow verhängte eine Nachrichtensperre. Das Auswärtige Amt in Berlin riet unterdessen von Reisen in das Unruhegebiet ab. 

SEOUL: Trotz des Streites über das nordkoreanische Atomprogramm wollen Nord- und Südkorea ihre angespannten Beziehungen verbessern. Seoul nahm einen Vorschlag Pjöngjangs an, am Montag bilaterale Gespräche aufzunehmen, wie südkoreanische Regierungsmitglieder erklärten. Das Treffen von Vertretern beider Seiten solle in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong stattfinden, meldete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Der Vorschlag sei von dem Wunsch geleitet, die innerkoreanischen Beziehungen wieder in Gang zu bringen. Der stellvertretende südkoreanische Vereinigungsminister sagte auf einer Pressekonferenz, auch der Atomkonflikt werde Thema sein. 

WASHINGTON: Die US-Regierung hat eine Untersuchung der Vorwürfe angekündigt, amerikanische Soldaten hätten im Gefangenenlager Guantanamo den Koran geschändet. Entsprechende Berichte würden sehr ernst genommen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Die Religions- Freiheit werde von den USA geachtet, daher könne Respektlosigkeit gegenüber dem Koran nicht toleriert werden. In Afghanistan war es wegen der angeblichen Koran-Schändungen auch am Freitag wieder zu anti-amerikanischen Protesten gekommen. Dabei wurden laut Medien- Berichten neun Menschen getötet.

TEL AVIV: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wird nach Meldungen israelischer Medien am 26. Mai in Washington mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen. Es wird der erste direkte Meinungsaustausch zwischen beiden Politikern über den Nahost-Konflikt sein. Im vergangenen Monat hatte Bush bereits den israelischen Regierungschef Ariel Scharon auf seiner Ranch in Texas getroffen. 

LEIPZIG: Der Autokonzern BMW hat sich nachdrücklich zum Standort Deutschland bekannt. Bei der offiziellen Eröffnung des neuen Werks des Autobauers in Leipzig sprach Vorstandschef Helmut Panke von einer Signalwirkung für die ganze Region. Zugleich bemängelte Panke, in Deutschland gebe es noch zu viele bürokratische Hemmnisse. Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigte vor 800 geladenen Gästen die hohe Innovationsbereitschaft und Flexibilität bei BMW. Ein solcher Unternehmergeist werde noch viel öfter in Deutschland gebraucht. BMW hat in den neuen Standort bislang 1,3 Milliarden Euro investiert und EU-Fördermittel in Höhe von 360 Millionen Euro erhalten.


BERLIN: Nach der massiven Kritik eines Diplomaten an der
Visa-Vergabepraxis der Bundesregierung unter Kanzler Helmut Kohl hat der Visa-Untersuchungsausschuss die Vernehmung der damaligen Minister Klaus Kinkel und Manfred Kanther beschlossen. Vorangegangen war eine 17-stündige Sitzung des Bundestags-Ausschusses. Dabei hatte der ehemalige Leiter der Visa-Stelle der deutschen Botschaft in der Ukraine von unerträglichen Zuständen gesprochen. Der Diplomat sagte aus, er habe sich als CSU-Mitglied nicht vorstellen können, dass eine bürgerliche Regierung seine vielfachen Hinweise zwischen 1993 und 1996 auf Sicherheitslücken und Missstände in Kiew ignoriere.


BERLIN: Die Gesetzliche Rentenversicherung wird voraussichtlich im November oder Dezember erstmals einen Kredit aufnehmen müssen, um die Auszahlung der Renten zu sichern. Dies sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger, Ursula Engelen-Kefer, in einem Interview der 'Frankfurter Rundschau'. Grund seien die nur schleppend eingehenden Beitragseinnahmen. In den ersten vier Monaten kassierten die Rentenversicherer 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Als Folge werde die Schwankungsreserve zum Jahresende nur noch 1,8 Milliarden Euro betragen. Gesetzlich vorgeschrieben seien 3,2 Milliarden, sagte Engelen-Kefer, die auch stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes ist.

JAKARTA: Ein Seebeben der Stärke 6,9 hat zahlreiche Menschen auf der indonesischen Insel Sumatra in Panik versetzt. Nach Medienberichten flüchteten hunderte Anwohner der Küstenregionen aus ihren Häusern. Angaben über Schäden oder Verletzte lagen nicht vor. Das Bebenzentrum lag 50 Kilometer südwestlich der Stadt Padang auf Westsumatra, teilte das Amt für Meteorologie und Geologie mit. 

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden des Landes zum Teil kräftiger Regen und Gewitter. In der Nordhälfte freundlicher, aber auch hier sind Schauer möglich. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 13 und 23 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg:  9 Grad, leicht bewölkt;
Berlin:  10 Grad, stark bewölkt;
Dresden:  12 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn:  10 Grad, Regen;
Frankfurt am Main:  11 Grad, leichter Regen und
München:  11 Grad, wolkig.