Anhören
Andere Episoden
| Podcast: | MacManiacs |
| Veröffentlicht: | vor 7 Jahren, am 26.11.2005 um 13:24 |
| Dateigröße: | 8.43 MB |
| Download: | Datei herunterladen |
| Beschreibung: | ![]() Nun, auf euren Wunsch hin gibt es nun auch einen Testbericht meiner “neuen” Digitalkamera. Neu unter Anführungszeichen, denn ich nutze sie nun ja schon ein Weilchen. Ich werde euch auch eine elend lange Auflistung zu technischen Daten ersparen und ebensowenig auf die Grundlagen der “manuellen” Fotografie oder der Spielgelreflextechnik eingehen. Es geht ja um die Kamera an sich. So. Entscheidend für meinen Kauf waren drei Punkte. Die Kompaktheit, das Design sowie die Zubehörpalette, sprich: Objektive & Blitze Wie folgt, werde ich meinen Bericht gliedern (Werte in Klammern stellen die maximal mögliche Punktezahl bei der Bewertung dar): * Verpackung (5) * Design (10) * Bedienung, Handling, Ergonomie (40) * Bildqualität (40) * Funktionsumfang (20) * Akku (30) * Zubehör, Lieferumfang (10) > FAZIT >> TIPS **** VERPACKUNG **** Also für mich stellt ja eine Kamera, speziell solch Kamera, nicht unbedingt solch Konsumgut dar, wie ein iPod, entsprechend weniger peppig darf die Verpackung natürlich auch sein. Klassisch rot/grau, ein recht kleiner Karton in meinem Fall, denn der Kamera lag nur Canons billigstes Objektiv, das EF-S 18-55mm bei. Es wird Canons Kleinste von vorne und von oben dargestellt und die Hauptmerkmale der Kamera ausgewiesen. Auf der Rückseite finden wir technische Daten und auf den Seitenflächen Zubehörauflistung, Strichcodes usw. Weiters hat auf meinem Paket von Amazon noch ein Gutschein geklebt über welchen ich damals gratis eine 256MB Speicherkarte von Canon bekommen hatte. Sehr löblich, denn dem Gerät lag kein Speicher bei. Gut, daß ich noch Karten meiner alten Dimâge übrig hatte. Öffnen wir die Schachtel, so finden wir zunächst Büchleins, Folder, Hefte usw. um nach dem Entfernen selbiger das Zubehör schön in Kunststoff verschweißt und nebenbei die Kamera in diesem Blasenplastikdingens vorzufinden. Außer der Speicherkarte ist alles komplett - nur der äußerst kleine Akku verwundert zunächst! Alles in allem solide und umspektakulär verpackt. (5/5) **** DESIGN **** Ja, auch bei einer Kamera ist das ein wichtiger Punkt für mich. Stöhnen werden nun all die Rationelldenker und sagen “Eine Kamera ist ein Gebrauchsgegenstand” bla bla bla. Nun, diese Kamera gefällt mir. Und auch beim Fotografieren ist es wichtig für mich, mein “Arbeitsgerät” gerne in die Hand zu nehmen. Betrachten wir die Kamera mit aufgeschraubtem Objektiv von vorne so sehen wir links oben Auslöser (in Chrom), Einstell- und Programmwahlrad, das Gehäuse des eingebauten Blitzes sowie oben auf den Blitzschuh für die Canon Systemblitze. Auf der rechten Seite sehen wir noch die Entriegelung zum Objektivwechsel. Dat wars. Von oben sehen wir am Objektiv den Schiebeschalter der zwischen Autofokus und manueller Fokussierung des kleinen Objektivs umschaltet, gleich daneben eine Skala für die Gewählte Brennweite. Rechts neben dem Programmwählrad sehen wir nun auch den relativ kleinen Ein/Aus Schalter. Auf der linken Kameraseite sehen wir nun noch den Schalter zum manuellen Ausklappen des Blitzes sowie unter einer Gummiklappe den Videoausgang zum Anschließen an den Fernseher, den Anschluß für die Kabelfernbedienung sowie den USB2.0 Anschluß. Auf der rechten Seite befindet sich nur die klappe für die Speicherkarte. Die Unterseite offenbart ein Standardstativgewinde, das Typenschild sowie die Klappe die den Akku beherbergt. Weit interessanter ist natürlich die Rückseite, da sich hier die wichtigsten Steuerelemente befinden: Mittig unter dem Blitzschuh finden wir den Sucher, umfaßt von weichem Gummi. Wieder darunter das LCD-Display welches alle Bildrelevanten Daten anzeigt, unter diesem wiederum finden wir das TFT Display zum Betrachten der Bilder nach der Aufnahme sowie um die Kamera über das umfangreiche Menü an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Links der Displays befinden sich fünf Knöpfe: Menü, Info, Jump, Wiedergabe & Löschen, rechts der Displays zunächst der Knopf der entscheidet, ob über das Einstellrad Blende oder Verschlußzeit eingestellt werden sollen, darunter ein Knopf über den Selbstauslöser und Serienbildfunktion gesteuert werden. Der nächste Schalter aktiviert die Hintergrundbeleuchtung des LCD Displays temporär. Nun kommen wir zum “Steuerkreuz”, welches aus fünf Tasten besteht. Die 350D hat nicht, wie ihre große Schwester die 20D, ein Einstellrad. Das mag für den 20D oder 10D Fan ein Rückschritt sein, stellt in der täglichen Bedienung aber nicht wirklich oder nur sehr selten ein Problem oder einen Nachteil dar. Standardgemäß erreicht man über die linke Taste die Einstellung für die Belichtungsmessung, über die obere die der ISO Einstellung, über die Rechte die der Autofokusmeßart und über die untere den Weißabgleich. Man kann die Tasten aber in gewissem Rahmen neu belegen. Die Mittentaste dient zum Bestätigen und kann im normalen Betriebszustand der Kamera mit noch einer Funktion beliebig belegt werden. In meinem Falle habe ich die Auflösungseinstellung programmiert. Rechts unten neben dem TFT-Display befindet sich noch eine kleine rote LED die den Zugriff auf die Speicherkarte signalisiert. Rechts oben auf der Kamerarückseite finden wir noch zwei kleine Tasten die einerseits den Meßwertspeicher, andererseits den zu wählenden Autofokusmeßpunkt steuern, auch sind sie für das Zoom bei bereits gemachten Fotos im Wiedergabemodus zuständig. Das war’s - mehr Bedienelemente hat die Kamera nicht aufzuweisen. Ich empfinde das Design als gelungen und finde die Kamera, für eine Kamera, sehr hübsch. Vor allem ist sie nicht so kitschig und billig silbern und wirkt selbst mit dem Kunststoffgehäuse äußerst wertig. (10/10) **** BEDIENUNG, HANDLING, ERGONOMIE **** Ich kann zwar nicht auf alle Einzelheiten hier eingehen, aber ich will versuchen, diesen doch so wichtigen Punkt kurz zu umreißen: Generell sind alle wichtigen Funktionen der Kamera mit der rechten Hand vor und während der Aufnahme leicht zu erreichen. Frauen und Männer mit kleinen Händen werden kein Problem mit dem Gerät haben. Hätte aber für mich die Größe nicht eine übergeordnete Rolle gespielt, so würde ich rein des Komfort wegens die größere 20D vorziehen. Wenn man lange mit der kleinen 350D fotografiert fängt die rechte Hand durchaus an zu schmerzen, da der Haltegriff einfach etwas zu klein ist. Auch passiert es mir oft, daß ich mit der Nase (!) beim angestrengten Gucken durch den Sucher mal einen der linken Menüknöpfe drücke. hört sich witzig an, nervt aber ein bisschen ;) Fotos in den Motivprogrammen (Nacht, Sport, Makro, Landschaft & Portraits) zu machen ist so einfach wie mit jeder Kompaktknippse. Ebenso im Automatikprogramm oder der Programmautomatik, welche ich für Standardfotos am liebsten nutze. Hier kann mit dem Einstellrad die Balance zwischen Belichtung & Blende im physikalisch möglichen Rahmen geregelt werden, die Bilder werden immer perfekt, man verschiebt quasi nur die Balance zwischen Tiefenschärfe und Verwischeffekten bei schnellen Bewegungen. Fototechnisch viel interessanter sind natürlich die Halbautomatikprogramme wie Zeit- und Blendenautomatik. Bei der Zeitautomatik verschiebt der Fotograf die Blendenwerte, die EOS stellt die Zeit korrekt ein. Umgekehrt verhält es sich bei der Blendenautomatik. Richtig interessant wird Fotografie aber erst beim bewußten Spiel mit Zeit und Blende, nämlich der manuellen Belichtung. Hier muß der Fotograf unter Zuhilfenahme des eingebauten Belichtungsmessers alle Werte eigenständig einstellen. Für Schnappschüsse ist das Programm natürlich weniger geeignet, außer man bezeichnet sich als Fotoprofi (und diese werden kaum die 350D nutzen). Bei dieser Kamera ist es nun aber so, daß beim Betätigen des Einstellrades (es gibt ja nur eines) logischerweise auch nur entweder Blende oder Zeit verändert werden können. Welchen Wert man verändert, kann man festlegen. Um nun auch die andere Einstellung vorzunehmen, muß man eine zusätzliche Taste drücken, was ich für etwas unergonomisch empfinde. Sogar meine Dimâge hatte zwei Einstellräder mit denen man das besser handhaben konnte. Klar, es geht auch über dieses eine Rädchen, allerdings wäre ein zweites zu begrüßen gewesen. Für geübte Fotografen die mit dem Prinzip einer Spiegelreflexkamera vertraut sind, stellt die EOS 350D keine Rätsel in den Raum. Für Umsteiger von einer Kompaktknippse könnte die Funktionsvielfalt und der grundsätzliche Sucher aber dennoch etwas schwierig werden. Kurz am Rande: SLR-Kameras können KEINE Videos aufnehmen und man kann das aufgenommene Bild erst NACHHER am Display betrachten! Na, ja, alles in allem ist die EOS350D zwar kein Goldstück was Bedienung, Ergonomie, Handling oder Tragekomfort angeht, aber sie ist solide und leistet sich auch keine übermäßigen Schwächen. Ich komme eigentlich sehr gut mit der Kamera zurecht. (30/40) **** BILDQUALITÄT **** Vielleicht fragen sich nun manche, weshalb ich Bedienung und Bildqualität gleich bewerte. Nun, ganz einfach, wer die Kamera verkrampft hält und damit aus welchen Gründen auch immer nicht umgehen kann oder will, der wird auch keine über die Maßen tollen Bilder damit machen können. Wenn man Fotos macht, vor allem gute und einzigartige Fotos, muß man mit der Seele dabei sein und die Kamera muß zum verlängerten Arm des Geistes werden, das Foto entsteht zunächst im Kopf des Fotografen und nirgendwo sonst! Zur Bildqualität: Sehr solide! Die EOS350D kommt mit fast dem selben Chip wie auch die EOS20D ins Haus. Ensprechend ähnlich sind auch die erzielten Resultate der beiden Kameras. Auch die digitale Signalverarbeitung über den DigicII Chip ist gleich. Natürlich ist die EOS20D um ca. 200g schwerer (ohne Objektiv) und weist ein Metallgehäuse auf. Entsprechend wird ein Foto eher mit der 350D verwackelt als mit der 20D. Ab einer Belichtungszeit von 1/60sec sollte man aber in jedem Fall ein Stativ im Gepäck haben. Man muß sich bei einer SLR-Kamera immer vor Augen halten, daß die erzielte Bildqualität immer zum größten Teil vom verwendeten Objektiv abhängt. Diesbezüglich war ich dem beigepackten äußerst leichten Billigobjektiv von Canon gegenüber anfangs äußerst kritisch eingestellt. Allerdings muß ich sagen, daß dieses kleine, kompakte und leichte Objektiv gerade für Fotoanfänger die optimale Linse darstellt. Der große Weitwinkel von 18mm (Verlängerungsfaktor x1,6!) ermöglicht in Räumen einen relativ großen Bildausschnitt und mit 55mm am anderen Ende ist sogar ein geringer Telebereich gewährleistet. Die Schärfe ist eher im mittleren Brennweitenbereich (ca. 30mm) am besten, wenngleich sie nie überragend ist. Nein, keine Angst, das Objektiv generiert keine unscharfen Bilder! Aber im Vergleich zu 10mal so teuren Linsen hat es eben schwächen. Auch verzeichnet es an den Rändern ein wenig, auch eine leichte Abdunklung kann ab und zu festgestellt werden. Das Objektiv weist zur automatischen Fokussierung einen Elektromotor auf, dieser ist natürlich deutlich hörbar und auch viel langsamer als Canons Ultraschallmotor, der allerdings nur teureren Linsen gewährt wird. Auch erfolgt die Fokussierung, wenn manuell, außen, d.h. daß sich die “Länge” des Objektivs bei der Fokussierung ändert. Das ist z.B. ärgerlich, wenn man die Linse dicht an eine Glasscheibe hält. Alles in allem ist die beigepackte Linse aber solide und für ca. 70EUR nie fehl am Platz zumal sie kompakt und leicht ist. Lediglich die Lichtstärke ist nicht wirklich optimal und erzwingt meist ISO200, anstatt ISO100 was rauschtechnisch besser wäre. Mit diesem Objektiv und dem hervorragenden Chip den die 350D aufweist lassen sich tolle Bilder machen, keine Frage. Die Farbwiedergabe des Chips empfinde ich als sehr natürlich und gut abgestimmt, das Rauschverhalten im Vergleich zu Kompaktkameras perfekt! Zwar nimmt das Bildrauschen mit steigender eingestellter Lichtempfindlichkeit kontinuierlich zu, erreicht aber erst ab ca. ISO800 eine leicht störende Intensität. Manchmal ist aber die Körnung die durch das Bildrauschen entsteht ja auch erwünscht. Müßte ich die Bildqualität mit einer TOP-Linse wie der Canon-L-Serie bewerten, könnte ich die volle Punktezahl geben. Mit dem beigepackten Objektiv erreicht die kleine Canon aber nur 35 Punkte. (35/40) **** FUNKTIONEN **** Die Kamera bietet alles. Serienbildfunktion mit bis zu 3 Bildern pro Sekunde die nur durch die Größe der Speicherkarte und deren Geschwindigkeit begrenzt wird, relativ einfache Bedienung, direkter Ausdruck auf kompatiblen Druckern, verschiedene Motivprogramme neben der klassischen manuellen Fotografie, Selbst- und Kabelauslöser, Belichtungsrehen, Datumeinbelichtung usw. usf. Lediglich die Funktion einen Audiokommentar aufzeichnen zu können wäre manchmal ganz wünschenswert. Schärfe, Kontrast, Färbung, S/W usw. können natürlich manuell eingestellt werden und mit bis zu drei Parametern einzeln gespeichert werden. All diese Funktionen halte ich aber bei einer digitalen Kamera etwas überflüssig denn die Fotos kommen ja zuallererst mal in Photoshop zur Nachbearbeitung. Falls ich etwas nennenswertes hier vergessen habe, so teilt es mir bitte mit! Apropos Adobe Photoshop: Photoshop CS1 kann die RAW-Images der EOS350D NICHT (!) verarbeiten!! Es wird für Photoshop CS1 auch kein Plugin geben das diese Kamera unterstützt! Wie gesagt, ist nur für RAW-Bilder interessant, alle anderen Bilder der EOS 350D werden natürlich von Photoshop verarbeitet. (20/20) **** Akku **** Tja, was wünscht sich das Fotografenherz mehr! Ca. 700 Aufnahmen (50% mit Blitz) sind mit dem kleinen beigepackten Akku mindestens machbar! Vorbildlich von Canon daher volle Punktezahl! (30/30) **** ZUBEHÖR (mitgeliefert) ***** * Objektiv EF-S 18-55mm f/3,5-4,6 * Tragriemen * Akkuladegerät * Netzkabel & Akku * USB-Kabel * Videokabel * Software (für PC & Mac) (7/10) weil man die Speicherkarte erst separat ordern muß. ***** FAZIT ***** Die EOS350D ist eine top Einsteigerkamera für alle, die sich für die SLR Fotografie interessieren und kreativ in das Thema Fotografie eintauchen möchten. Die Kamera ist aber sicher auch durch die gute Bildqualität, die Möglichkeit alle gängigen Canon Objektive zu verwenden und natürlich der geringen Größe für Fotoprofis durchaus ebenso interessant! Mit nur 0,2 Sekunden “Startzeit” gelingen auch die kurzfristigsten Schnappschüsse und 3 Bilder pro Sekunde sollten auch für Ambitionierte Sportfotografen vorerst ausreichen. Der präzise 7 Punkt Autofokus sowie die schnelle USB2.0 Schnittstelle und die direkte Druckmöglichkeit auf Pictbridge-, Directprint- und Bubblejet direct fähigen Druckern runden das Paket ab. Das beigepackte Objektiv ist solide und reicht für einen guten Start ins Fotouniversum. 137 von 155 Punkten ergibt eine 1 für die kleinste Canon SLR! ***** TIPS ***** Als erstes Zweitobjektiv empfehle ich das Canon EF28-105mm mit USM Motor. Es hat eine Lichtstärke von f/3,5-4,5 was für ein Zoom dieser Preisklasse recht anständig ist. Sinnvoll wären weiters ein gutes Weitwinkelobjeitiv EF-S10-22mm oder eine Festbrennweite mit 50mm für z.B. Portraitfotografie. Festbrennweiten bieten ein Maximum an Bildqualität da man keine Kompromisse wie bei Zoomobjektiven eingehen muß. Weiters müßt ihr bedenken, daß Digital-SLRs einen Verlängerungsfaktor für die Brennweite besitzen! Aus einem 10-22mm Objektiv für normale analoge SLR Kameras wird auf einer Digitalen Kamera ein 16-35mm Objektiv!! Das resultiert aus der verringerten Größe des CMOS-Chips der Digitalkameras im Vergleich zu einem normalen 24x36mm Film einer Kleinbildkamera. Auch muß man sich beim Objektivkauf gründlich informieren. Gerade bei eBay gestern oft ältere Versionen ein und des selben Objektivs herum, die dann z.b. Lichtschwächer sind oder den Elektro- anstatt des Ultraschallmotors aufweisen. Auf meiner Homepage findet ihr viele meiner Fotos und könnt euch so ein Bild von den Möglichkeiten der EOS350D machen. Alle “neueren” Galerien (am unteren Ende der Übersichtsseite) wurden mit der 350D geschossen. www.macmaniacs.at ![]() www.frappr.com/macmaniacs |


