Episode: Poppende schwarze Schwäne
Podcast: oegyr.podspot.de
Veröffentlicht: vor 6 Jahren, am 12.05.2006 um 02:38
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Beschreibung: Leda & the swan debütierten in der Schaubude. Kiel ? ?Und warum heißt ihr ausgerechnet Leda & the swan?? Henrik Drüner, Keyboarder von Kiels jüngster Combo, weiß es nicht: ?Da musst du Hase fragen.? Aber Jan ?Hase? Mielke ölt gerade jägermeisternd sein markantes Sing-Organ, das sowohl etwas von Elvis? und Frank Sinatras Ledrigkeit als auch Nick Caves Schwanensang hat. Von welcher an sich unmöglichen Vereinigung wir in der Schaubude beim Debüt der neuen Kieler Rock-Pop-Disco-Sixties-Funk-Recken noch hören ? und nicht schlecht staunen ? werden. Doch zunächst zur Namensklärung ein kleiner Ausflug in die ergooglete griechische Mythologie: Der chronisch notgeile Göttervater Zeus hat es auf Leda, die Gattin des Königs von Sparta, abgesehen. Als diese unbeobachtet, wie sie meint, in einem Fluss badet, stürmt plötzlich ?flügelschlagend aus dunklem Gewölk? ein Schwan auf sie hernieder ? Zeus, der es liebt, sich in allerlei Gestalten mit hübschen Irdischen zu vereinen. Ganz schön heftige Vorgabe, die Hase und seine allesamt in Kieler Bands bereits ihre Meriten verdienten Schwäne ausgesprochen un-mythisch (auch im Sinne der rock-poppenden Vorbilder) locker einzulösen wissen, namentlich Mike aka Butch Quattro auf der lick-verliebten Lead-Gitarre, Lars ?Stulle? Stuhlmacher am finster groovenden E-Bass, Henrik Drüner auf einer Orgel, die sich dezent schillernd aus dem Hinterhalt wagt, und Christian Droese am zuweilen allzu geraden Schlagzeug, dem Produzent und Sounddesigner Björn Högsdal am Computer den Beat bereitet hat. Eine Studioband also ... bisher. Denn ?flügelschlagend aus dunklem Gewölk? haucht den 13 Songs vor allem Mielke ein gottesväterlich verlässliches Idiom ein, nach dessen düst?rem Timbre so manche Schöne in der Schaubude den Schwanenhals reckt. Will sagen, dieser Zeus hat eine Stimme, die poppt, weil sie sich dazu nicht erst verwandeln muss. Sie röhrt und schmeichelt zugleich, ersteres in den rockigen Uptempos wie ?Great Summer Sun? oder ?Answer Back?, letzteres, wenn nicht in den Breaks zwischendrin sowieso, besonders schwarzschwän(z)ig lasziv zum Beispiel in ?Take Me To The River?, dem Ohrwurm des Abends. Aber nun mal Schluss mit lustig, Zeus und Schwänen: Lässt man all den (pop-) mythologischen Background mal weg, bleibt da eine Band, die rundum rockt und lustvoll durch die Pop-Geschichte loopt. Völlig eklektizistisch, postmodern bis zum Anschlag, klar, aber genau das lässt die Füße wippen, nicht nur die von Leda. Und so lässt man Schwäne Schwäne sein und Leda friedlich darin baden und weiß: Hier ist der Schwanengesang mal kein Abgesang, sondern sündig schwarz ein Morgenrot der Kieler Retro-Pops. www.myspace.com/ledaamptheswan