Erzähle kurz wer du bist und um was es in deinem Podcast geht.
Im Moment arbeite ich noch als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Uni Münster, werde aber schon bald in Düsseldorf mein Referendariat antreten. Und da Juristen eben manchmal nicht viel Anderes können, geht es in meinem Podcast auch um Jura – genauer um Medienrecht. Alle zwei Wochen habe ich einen Medienrechtsexperten zu Gast – mal einen Wissenschaftler, mal einen Anwalt, ab und zu auch einen Professor. In einer Art Fachgespräch untersuchen wir dann aktuelle Urteile, neue Gesetze oder sonstige Rechtsprobleme. Dabei versuche ich den Spagat, einerseits spannende wissenschaftliche Ergebnisse zutage zu fördern und andererseits für den juristischen Laien einen verständlichen und unterhaltsamen Einstieg in die Materie zu bieten.
Wie bist du das erste Mal auf Podcasting gestoßen? Erinnerst du dich an den ersten Podcast, den du gehört hast?
Als ich für meine Doktorarbeit recherchierte, bin ich auf Podcasting gestoßen und sofort war mir klar: das ist mein Thema. Auf einer der ersten Podcast-Treffen in Köln habe ich dann Alexander Wunschel kennengelernt. Sein "Tellerrand" war mein erster Podcast.
Wie kam es dazu, dass du einen eigenen Podcast gestartet hast? Wie waren die ersten Erfahrungen?
Von Alex Wunschel wollte ich unbedingt wissen, was denn wohl für Rechtsprobleme beim Podcasting auftauchen könnten. Alles was er mir sagte, war: Probier es doch selbst aus, dann wirst Du schon sehen. Was blieb mir also anderes übrig?
Mit meinen eher rudimentären (ton-)technischen Kenntnissen waren die ersten Versuche von gruseliger Klangqualität, gepackt hatte es mich trotzdem. Dank vieler hilfreicher Tipps meiner ersten Hörer wurde die Qualität dann auch allmählich etwas besser. Inzwischen muss ich auch nicht mehr allein nach neuen Themen suchen, sondern bekomme regelmäßig E-Mails mit neuen Vorschlägen: ...wäre das nicht etwas für Deinen Podcast? Langsam aber sicher als neues ernstzunehmendes Medium akzeptiert zu werden, ist für mich die mit Abstand beste Erfahrung.
Welche Hard- und Software verwendest du? Wie läuft die Produktion ab?
Inzwischen habe ich das Diktierprogramm-Headset und den selbstgebastelten Nylonstrumpf-Poppschutz der ersten Folgen ersetzt durch ein Audio-Interface von Alesis (io2) und zwei Kondensatormikrofone (mit echtem Poppschutz!) auf großen Stativen. Auf meinem Laptop läuft Audacity und das Uniradio hat mir ein paar Schaumstoffmatten als Echokiller geschenkt. Meist produziere ich in meinem Büro in Münster, manchmal bin ich aber auch mit dem ganzen Zeug unterwegs zu meinen Interviewpartnern. Natürlich schneide ich ein bisschen und baue am Ende noch die Texte ein, die Manfred Witzke beim Uniradio eingesprochen und mir per Mail geschickt hat.
Welche Podcasts hörst du regelmäßig (egal in welcher Sprache)?
Zu meinen Lieblingspodcasts gehört natürlich "Was mit Medien" – und zwar nicht nur wegen der Uni-Verbundenheit, sondern auch, weil es da immer wieder gute Anregungen für mich gibt. Dann höre ich gern öffentlich-rechtliche Wissenssendungen wie SWR2Wissen oder die dradio<-Podcasts/a>, weil man da so viele Dinge lernt, mit denen man sonst nie in Kontakt kommt. Dazu passen dann auch die Helmholtz- und Fraunhofer Podcasts. Natürlich höre ich auch immer bei den Kollegen Dr. Martin Bahr (law-podcasting) und Marcel Quandel (Podcasts von joora.de) rein und wenn ich dann noch etwas Entspannung suche, bin ich bei der Gefühlskonserve meist genau richtig.
Was hast du für die Zukunft geplant? Ist ein Ende des Podcasts abzusehen? Wird es weitere Projekte geben?
Im Moment ist es ganz schwer, die Zukunft abzusehen. Wahrscheinlich werde ich zum Anfang des Referendariats weitermachen können wie bisher, vielleicht wird es dann irgendwann zeitlich zu knapp. Vielleicht finde ich aber auch einen guten Sponsor, so dass ich nebenher weniger jobben muss – dann wäre auch zu überlegen, für den J!Cast eine richtige Redaktion mit mehreren Mitarbeitern aufzubauen. Das ist derzeit aber nicht viel mehr als sehr sehr vage Zukunftsmusik. Mein anderes Projekt, der vorlesungsbegleitende Lernpodcast zum Informationsrecht ist gerade ausgelaufen und hat ein überwältigend gutes Feedback von den Studenten bekommen. Sicherlich wird die Uni Münster anhand dieser Erfahrungen für das nächste Semester etwas Ähnliches auf die Beine stellen – und vielleicht schließen sich hier ja auch andere Unis an.




