Wie bist du das erste Mal auf Podcasting gestoßen? Erinnerst du dich an den ersten Podcast, den du gehört hast?
Ich war auf der Suche nach Video-Blogs, denn dies war mein erstes Interesse. Während dem Surfen, irgendwann im November 2004, bin ich dann auf den Begriff „Podcast“ gestossen. Damit war mein Interesse geweckt, nur habe ich nicht so richtig verstanden, um was es da eigentlich geht. Anfangs Januar 05 zeigte mein Speicherprogramm für Suchbegriffe plötzlich einen starken Zuwachs zum Begriff „Podcast“. Und plötzlich war was los – auf US-Seiten. Welches der erste Podcast war, den ich gehört habe, kann ich mit dem besten Willen nicht mehr sagen. Ich habe einfach angehört, was das Netz hergab.
Wie kam es dazu, dass du einen eigenen Podcast gestartet hast? Wie waren die ersten Erfahrungen?
Anfangs Februar 05 bin ich auf den Podcast von Kaiserfranzz.de gestossen und damit war es um mich geschehen. Ich habe Alexx angegangen, ob er mir helfen würde, er sagt zu, und innert 2, 3 Tagen war ich mit Blog und Podcast online.
Ich habe auch schnell einen sehr guten Kontakt zu den meisten deutschsprachigen Podcastern bekommen. Der Informationsaustausch war und ist immer noch sehr gut und intensiv.
Durch diese Kontakte gehörte ich sehr schnell zum „harten Kern“ der Podcaster erster Stunde und dies führte dazu, dass ich in verschiedenen Medien erwähnt wurde. Es folgten auch Radio-Interviews. Dies hat natürlich dazu geführt, dass ich einen relativ hohen Bekanntheitsgrad erreicht habe, in Deutschland.
In der Schweiz hält sich alles immer noch bedeckt, bzw. der Winterschlaf muss hier wohl etwas länger dauern. 2 Presserwähnungen in 6 Monaten ist dann doch etwas wenig. Oder gibt es hier nur noch 2 Zeitungen? ;-)
Wer sollte deinen Podcast hören (oder wer nicht)?
Ich habe keine eigentliche Zielgruppe im Visier. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich wirklich aus allen Alters- und Interessensgruppen gehört werde. Das sagt allerdings nicht, dass ich „mehrheitsfähig“ bin, sondern scheinbar Interessantes biete. Ich habe auch bemerkt, dass die Titelwahl entscheidend sein kann. Das Thema „MashUps“ wird wesentlich mehr abgeholt, als z.B. „Konsum oder Kommunikation?“ Das lässt den Verdacht entstehen, dass eben doch „Mainstream“ gesucht und gehört wird.
Hören soll meine Podcasts eigentlich jeder, wenigstens zwei, drei Ausgaben. Es ist die Freiheit der HörerInnen, das Abo wieder zu löschen – oder gespannt auf die nächste Ausgabe zu warten ;-)
Welche Hard- und Software verwendest du?
Hardware: Windows-PC und Notebook, div. Mikros, MD-Player für Outdoor, Beringer-Mischpult, Essstäbchen, Kaffeetasse und Zigaretten.
Software: Audacity, Castblaster (testweise), MusicMaker, Kaffee und Zigaretten.
Welche Podcasts (deutsch oder englisch) hörst du regelmäßig?
In halb-alphabetischer Reihenfolge: Vulkanix, Tellerrand, Sushiradio (noch), RockCast, Praegnanz, Pimp My Brain, NormCast, Wannhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft, Podestrian, Mohawk Language, Marios Pla.net, Kuechenradio, Kaiserfranzz, Govenor Schwarzenegger, Coverville, Abenteuer Kommunikation, Mikes Lounge, Kultpavillon (meinen eigenen, so habe ich mindestens 2 Hörer (2. meine Frau))
Wohin denkst du wird sich Podcasting entwickeln? Hast du irgendwelche konkreten Pläne für deinen Podcast?
Vor itunes 4.90 wäre die Antwort einfach gewesen – langsam aber stetig in die Zukunft. Jetzt ist es schon problematischer, eine gültige Prognose zu stellen. Durch den Grosserfolg von itunes springen alle möglichen Radio und TV-Stationen, Werbetreibende und „ich-mach-auch-mit-Produzenten“ auf den Zug. Dadurch versuchen die Kommerziellen und die Öffentlich-rechtlichen die Entwicklung zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ziel: verlorene HörerInnen „heim holen“. Andererseits drücken die „ich-mach-auch-mit-Produzenten“, wenigstens die meisten, die Qualität, das Niveau mächtig nach unten. Podcasts mit dem Inhalt „Hallo ihr, ja ich will jetzt auch was sagen. Es ist mir nur nicht klar, was. Aber ihr könnt mir ja mal schreiben, was ich sagen soll“ (Originalzitat!). Darauf hat die Welt nun wirklich nicht gewartet. Erste entsprechende Kritiken in der Presse sind auch schon aufgetaucht, Motto: Das brauche ich nicht. Wir leben in einer schnell-lebigen Zeit. Da wird rasant entschieden und Meinungen gebildet. Das kann tödlich sein, für Podcaster. Ein Problem sind auch die Hitparaden (z.B. in itune). Seien wir mal ehrlich. Die meisten Leute suchen doch Orientierungshilfen. Eine Top-20 lässt schnell tausende andere vergessen (s. Musikindustrie).
Ich selber werde natürlich weiter den kultpavillon in gewohnter Form produzieren. Hinzu kommen 2 neu Projekte, zusammen mit anderen Podcastern, bzw. eine neue Idee, die aber noch nicht öffentlich gemacht werden kann. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt X – oder so.
Gibt es noch irgendetwas, das du deinen Hörern sagen willst?
Tja, bleibt kritisch und nehmt euch Zeit, das zu finden, was EUCH gefällt. Vergesst Hitparaden. Informiert euch z.B. hier, bei podster.de.
Nutzt auch die Gelegenheit, mit den Machern in Kontakt zu treten. Das ist EURE Chance, nicht nur Konsum zu zelebrieren.
Herzlichen Dank an alle lieben Leute und Leutinnen, die mir die Treue halten. Ich brauch das ;-)



