Der folgende Text basiert zu Teilen auf dem englischen Wikipedia-Eintrag zum Thema Podcasting.

Bereits im Jahr 2001 hatte Dave Winer, Gründer der Firma UserLand und Miterfinder von RSS den Standard um das inzwischen bekannte enclosure-Element erweitert - auf Anfragen seiner Kunden Adam Curry und Tristan Louis, die einen Weg suchten, um Audio- und Videodateien mit ihren Feeds zu verbreiten. Später wurde Unterstützung für diese Enclosures (d.h. Dateianhänge) dann auch in Radio Userland unterstützt, dem Weblog-Produkt von Userland.

Im September 2003 erzeugte Winer einen RSS Feed mit Enclosures für seinen Kollegen am Harvard Berkman Center, Christopher Lydon. Dieser hatte bereits seit mehreren Monaten Links auf MP3-Interviews in den Beiträgen seines Weblogs eingefügt.

Auf der ersten BloggerCon Konferenz in Harvard, 4.-5. Oktober 2003, demonstrierte Kevin Marks ein Skript um automatisch die Dateien in den Enclosures eines RSS Feeds herunterzuladen und auf den iPod zu synchronisieren - programmiert von Adam Curry in AppleScript. Curry startete kurz darauf einen eigenen solchen Feed mit Anhängen, den er "syncpod" nannte. Marks, Werner Vogels und andere Entwickler auf der Konferenz verwendeten diesen Feed in der Folge dann zu Testzwecken ihrer Software.

Diese "Podcasts" von Curry and Winer, auch wenn damals noch nicht so genannt, begannen nun weitere oft gelesene Blogger zu interessieren. Der Boom des mobilen MP3-Player Marktes und das Experimentieren mit Audioblogging verhalfen Podcasting zu einer rasanten Verbreitung innerhalb der Weblog-Community.

Die vermutlich erste Verwendung des Begriffs Podcasting war in einem Artikel von Ben Hammersley in The Guardian am 12. Februar, als ein Synonym für Amateur-Radio auf Weblog-Basis - also Audioblogging. Im September desselben Jahres verwendete Dannie Gregoire den Begriff, um Adam Currys Idee des automatischen Downloads und der Synchronisation auf ein mobiles Gerät zu beschreiben. Gregoire hatte ebenfalls eine Reihe von Domains in diesem Zusammenhang registriert.
Der Name fand in der Folge großen Anklang und setzte sich schnell durch, auch wenn vereinzelt Kritik an der engen assozativen Bindung an Apples iPod auftauchte.

Im Oktober 2004 tauchten die ersten Tutorials und Anleitungen zum Podcasting im Internet auf. Im November startete mit liberated syndication der erste Hosting-Anbieter, der sich auf Podcasting spezialisierte.

Der Siegeszug der Podcasts


Schnell verbreitete sich die neue Technologie durch die bereits sehr gekannten Weblogs von Adam Curry, Dave Winer und anderen frühen Podcastern. Ein weiterer Blogger, Doc Searls, begann zu beobachten, wieviele Treffer Google für das Wort "pdocasts" findet: Am 28. September 2004 waren es nur 24. "In einem Jahr", schrieb er, "wird es hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen Ergebnisse geben" (Am 31. Oktober 2005 berichtete Google von 81.500.000 Treffern).

Es ging rasant weiter: Am 30. September, nur zwei Tage später, war die Zahl der Ergebnisse auf 526 angestiegen, nochmals drei Tage später auf 2750. Die Zahl verdoppelte sich alle paar Tage und überstieg am 18 Oktober 100.000. Nach neun Monaten führte eine Google-Suche nach "podcasts" zu mehr als 10 Millionen Treffern, im September 2005 zu 61 Millionen, das Monat darauf, Oktober, wurden mehr als 80 Millionen Treffer geliefert.

Die Verbreitung und das Angebot der ersten Podcasts zu beschreiben ist etwas schwieriger als Treffer bei Google zu zählen, aber noch vor dem Ende von Oktober berichtete die New York Times von Podcasts aus den USA, Canada, Australien und Schweden mit Themengebieten von Technologie über Religion und Politik zu Filmbesprechungen. Weitere Berichte in den Medien folgten. Die USA Today nannte im Februar 2005 im Bezug auf eines der vielen Verzeichnisse, die entstanden waren, die Zahl von 3300 Podcasts.

Schließlich veröffentlichte Apple im Juni die neue Version 4.9 der Musikverwaltung iTunes, die mit Unterstützung zum Abonnieren von Podcasts und eingebautem Verzeichnis aufwartete. Dies stattete auf einen Schlag Millionen von Nutzern mit dem nötigen Werkzeug aus, um in die Welt der Podcasts einzutauchen.

Da es bis heute keine praxistaugliche Möglichkeit gibt, in einem Podcast legal Musik zu spielen, die bei Verwertungsgesellschaften wie der GEMA angemeldet ist, entstand die sogenannte Podsafe-Music Bewegung, die alternative Musik außerhalb des traditionallen Major-Label-Systems promoted.

Der Einstieg der traditionellen Sender


Die traditionallen Radiostationen haben ungewöhnlich schnell die Vorteile der neuen Technologie begriffen und damit begonnen, ihr Programm Stück für Stück auch alternativ als Podcast anzubieten.

Verschiedene kleine Sender in Amerika begannen bereits im September 2004 zu experimentieren, im Monat darauf war die erste Sendung der BBC als Podcast zu haben. Verschiedene NPR Stationen, Virgin Radio CBC, ABC und viele andere folgten.

Im Mai 2005 begann der Trend auch umgekehrt, als teilweise Podcasts die Quelle für Radioprogramme wurden. KYOU Radio, eine Station in Kalifornia, begann rund um die Uhr Podcasts zu senden. Adam Curry hat mit seiner PodShow einen eigenen Channel bei Sirius Satellite Radio.

Entwicklung in Deutschland


In Deutschland wurde am 7. September 2004 von Nicolas Oestreich die Domain ipodcast.de registriert. In der Folge entstand daraus ein deutschsprachiges Podcasting-Portal mit Verzeichnis und Forum. Inzwischen hat die Seite mit ipodfun.de fusioniert, und das Verzeichnis wurde nach dem Erscheinen von iTunes 4.9 gestrichen.

Seit dem 8. September ist außerdem podcast.de registriert, wo seitdem immer weiter ausgebaute Informationen und Hilfestellungen zum Podcasting zu finden sind.

Am 18. Dezember haben wir PodHost.de vorgestellt, ein Hosting-Angebot für Podcaster, so wie libsyn es für den internationalen Raum bietet. Seit dem 22. Januar ist der Dienst jetzt schon aktiv.

Am 11. Februar 2005 startete die erste Version von podster.de - mit mehr Kategorien im Verzeichnis als Podcasts selbst (ca. 40 Stück), und ansonsten kaum anderen Funktionen. Bereits am 20. April waren allerdings 100 deutschsprachige Podcasts eingetragen, am 6. Juli schon 200, Ende Juli konnten 300 Einträge gemeldet werden. Anfang November sind es mehr als 770. Der aktuelle Stand kann jederzeit im Statistikbereich öffentlich eingesehen werden.

Bereits im November 2004 experimentierte Wolfgang Harrer vom ZDF mit Podcasting, zuerst mit dem Blog zur US-Wahl, später dann mit dem Tsunami-Blog (inzwischen leider nicht mehr Verfügbar).
Der erste Radiosender, der hierzulande einen Podcast startete, dürfte die österreichische Station gewesen sein (News-Artikel). Deutschland-Radio, der Bayrische Rundfunk, SWR, hr3, MDR und andere folgten. Inzwischen ist auch die Tagesschau als Podcast verfügbar.